Berlin ab 50…

… und jünger

Isoldes Filmtipps: EMPÖRUNG & A UNITED KINGDOM

Zwei Filme kommen jeweils im Februar und März in unsere Kinos, die in den 50er Jahren spielen. Anhand von umfangreichen Archivmaterial wird diese Epoche detailliert beschrieben und nachempfunden:

EMPÖRUNG

…die Geschichte einer jugendlichen Rebellion. Nach dem gleichnamigen Erfolgsroman (2008) von Philip Roth auf die große Leinwand gebracht. Er lief bereits während der 66. Filmfestspiele in Berlin unter der Rubrik „Panorama“.

James Schamus (Drehbuch und Regie). USA 2016. 111 Minuten

Kinostart 16. Februar 2017

Marcus Messner (Logan Lerman) bekommt die Möglichkeit an einem College zu studieren und kann sich dadurch den Sorgen seiner Eltern entziehen und muss nun vor allem nicht dem koscheren Metzgergewerbe seines Vaters nachgehen. In Winesburg, Ohio, will er unbedingt der Beste sein…, aber die Konfrontation mit dem erzkonservativen Dekan (Tracy Letts) und der verführerischen Olivia (Sarah Gadon), lassen ihn wider Willen zum Rebellen werden.

Es ist eine tragische Liebesgeschichte und eine beeindruckende philosophische Geschichte über das Dasein und die Dinge, die unser Schicksal bestimmen, tiefsinnig und komisch zugleich… Die Geschichte ist nicht autobiografisch, aber persönlich und tiefgründig, und spiegelt Roths Leben in groben Zügen wider.

Der Filmautor, lässt sich über die literarische Arbeit Roths von Texten Silvia Plaths und Allen Ginsbergs Beat-Poesie inspirieren und somit ist ein reizvoller, liebevoll nachgestalteter Film entstanden, der die Zeit vor der sexuellen Revolution in Amerika, mit ihrem Antikommunismus und ihren Hetznachrichten, dem Koreakrieg, der auf der anderen des Ozeans tobt, vor unseren Augen neu entstanden.

A UNITED KINGDOM

Regie: Amma Asante. Land: Vereinigtes Königreich. 105 Minuten

Kinostart März 2017

Der Film basiert auf außergewöhnlichen, wahren Begebenheiten. Im Jahre 1947 verliebte sich Seretse Khama, König von Bechuanaland (dem heutigen Botswana), in die Londoner Büroangestellte Ruth Williams. Ihre Heirat wurde nicht nur von ihren beiden Familien, sondern auch von den Regierungen Großbritanniens und Südafrikas abgelehnt. Doch Seretse (David Oyelowo) und Ruth (Rosamund Pike) trotzen ihren Familien und dem britischen Empire – ihre Liebe war stärker als jedes Hindernis, das sich ihnen in den Weg stellte. Sie veränderte die Geschichte, die an Spannung und Romantik unvergleichlich ist.

Die Regisseurin des Films, Amma Asante, ist in Stratham im südlichen London aufgewachsen, als Kind ghanaischer Einwanderer. Als „schwarze Britin“ konnte sie die Geschichte aus einer doppelten Perspektive betrachten, als Kind von Eltern, die in einer britischen Kolonie groß geworden sind und miterlebt haben, wie diese Unabhängigkeit erlangten.

Es ist ein außergewöhnlich spannender und reizvoller Film entstanden mit Menschen, die für ihre Überzeugungen kämpfen und nicht zulassen, dass Vorurteile zu Kultur ihrer Länder gehören.

I.A.

Ein Kommentar

  1. Thomas

    Das sind zwei interessante Filmvorstellungen. Jenseits der Berlinale.
    Interessant ist auch, dass Seretse tatsächlich erster Staatspräsident des unabhängigen Botswana geworden ist. Wie ich finde, ein Detail, der zeigt, wie nahe der Film an der Realität ist.
    Thomas

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