Berlin ab 50…

… und jünger

Leseerfahrung von Ferdinand – er liest und liest und…

Fünf AutorInnen von Berlinab50 bilden ein literarisches Quintett und berichten an fünf aufeinanderfolgenden Tagen über ihre ersten Leseerfahrungen in der Kindheit und wie es dann weiter ging.

Den Stein ins Rollen brachte Ferdinand, der deshalb den Anfang machen darf.

Märchen, ja, sie sind wohl für die meisten Kinder die erste Begegnung mit der Literatur. Meine Mutter erzählte sie mir, um mich zum Einschlafen zu bringen, Meist in „entschärfter“ Form. Märchen sind grausam, und als ich sie später selbst lesen konnte, fürchtete ich mich oft, sah bedrohliche Schatten an den Wänden, hörte Geräusche…

Dennoch wurde ich zur „Leseratte“: Fünf Freunde von Enid Blyton und natürlich Comics, wie Micky Maus und Prinz Eisenherz. Man tauschte die Hefte mit Freunden und Mitschülern. Winnetou und Old Shurehand von Karl May fand ich spannend, seine anderen Bücher begeisterten mich nicht. Jack London wurde mein Favorit.

Mit beginnender Pubertät griff ich in den Bücherschrank der Eltern, las Weltliteratur ohne es zu ahnen: Arnold Zweig, Der Streit um den Sergeanten Grischa und Margret Mitchell, Vom Winde verweht. Bei dem südamerikanischen Schriftsteller Amado Jorge (Kakao) spürte ich zum ersten Mal das Spannungsfeld zwischen Mann und Frau, und einen erweiterten Aufschluss gab mir Lady Chatterley von D.H. Lawrence.

Wie viele Bücher ich als Erwachsener las, kann ich nicht sagen. Die Liste wäre vielleicht so lang wie die Geschichten der Scheherazade: Reißer von Simmel und Konsalik, Klassiker von Hemingway bis Thomas Mann und jede Menge Biografien. Doch was immer in Erinnerung bleibt sind die Stilisten, wie Fontane oder Nabokov und die großen Erzähler, von Günter Grass (Die Blechtrommel) bis hin zu Haruki Murakami und Javier Marias. Ja, und am meisten zerfleddert: „Gantenbein“ von Max Frisch…

Und die Langweiler?: Garcia Marquez (Leben, um davon zu erzählen) und Patrick Modiano (Place de L’Ètoile, Eine Jugend). Beide Nobelpreisträger, sorry. Literatur ist eben Geschmacksache.

Ferdinand

Schon morgen geht es weiter mit go

Scans: Ferdinand

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