Berlin ab 50…

… und jünger

Leseerfahrung von brd – damals war’s

Fünf AutorInnen von Berlinab50 bilden ein literarisches Quintett und berichten an fünf aufeinanderfolgenden Tagen über ihre ersten Leseerfahrungen in der Kindheit und wie es dann weiter ging.

Geschichten aus dem… nein, nicht aus dem alten Berlin, sondern aus dem Mund meiner Mutter oder Oma. Ich kuschelte mich in meine Bettdecke und lauschte der wohlvertrauten, vielleicht auch einschläfernden Stimme. Es waren Geschichten von den Gebrüdern Grimm, vom Struwwelpeter oder auch aus 1001 Nacht.

Die Jahre vergingen. Ich lernte lesen und die Bibliothek für Kinder kennen. An Enid Blyton kann ich ein wenig erinnern. Viel spannender fand ich die bunten Heftchen, die in der Klasse die Runde machten. Tarzan, Sigurd, Superman, aber auch die gar nicht so kleine Micky Maus. Das Tauschen dieser Heftchen auf dem Wochenmarkt war spannend. Motto: drei Stück geben, zwei Stück erhalten. Die ersten „Romane“, die ich kennenlernte, waren aus dem Bastei Verlag: Western von G.F. Unger. Auf einer Reise nach Hamburg entdeckte ich die Hefte von Jerry Cotton, wohl auf dem Fischmarkt und habe sie eines nach dem anderen abends im Bett regelrecht „verschlungen“ Ja, ja diese Schundliteratur…

Leider habe ich in meiner Schulzeit nicht viel „Literatur“ kennen gelernt. Eine Religionslehrerin las uns von Leon Uris Exodus vor, der mich sehr beeindruckt hat, und ich las das Werk zuhause bis zum Ende, weil in den Religionsstunden dafür keine Zeit mehr war. Irgendwann später, vielleicht auch noch in der frühen Jugend, las ich Romane von C. C. Bergius und von James Clavell, wie Der Shogun oder Tai Pan. Da fand ich das Fernöstliche sehr spannend. Irgendwie gelang auch der Roman 08/15 von Hans Hellmut Kirst in meine Hände. Ich weiß gar nicht mehr so genau ob mir mein Vater diesen Roman zum Lesen gab.

Leider habe ich mich später mit Literatur nur wenig beschäftigt. Lesen ja – aber eigentlich nur die Zeitung oder ein Magazin. Mein Studium hat mich dann ganz gefordert und zum Lesen blieb kaum Zeit.

Beim Schreiben dieser Zeilen suche ich wohl auch den Anschluss an die Literatur, den ich irgendwann verpasst habe. Zufrieden bin ich trotzdem.

Ihr brd

Morgen berichtet I.A. von einem langen ruhigen Fluss, der zu ihrem Mississippi wurde und wie es mit Tom weiterging.

Scans: Ferdinand

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