Berlin ab 50…

… und jünger

Zeitreise zu Luthers Thesenanschlag vor 500 Jahren

 Yadegar Asisis neuer Coup in Wittenberg

Im Jahr 2011 haben wir zum ersten Mal ein 360°-Panorama des Architekten und Künstlers Yadegar Asisi gesehen. Es war in der alten Gasanstalt Dresdens im Gasometer und wir waren von der detailreichen Darstellung des barocken Dresdens sehr begeistert. Der Sohn persischer Eltern, der in der DDR aufgewachsen ist und in Dresden Architektur studierte, hat sich dann 2013 mit dem Panorama „Dresden 1945“ noch einmal mit der Elbmetropole beschäftigt. Hoch emotional die Momentaufnahme des Tages nach der Zerstörung am 13.Februar 1945. Der zweite unvergessliche Eindruck war für uns 2012 der Besuch des Antikenpanoramas „Pergamon“ im Ehrenhof des Pergamonmuseums. Wir haben auch „Leipzig 1813″ mit der Perspektive der „Völkerschlacht“ von Leipzig aus gesehen und sind immer wieder überwältigt vom Ideenreichtum der fantastischen Illusionsmalerei, die, verbunden mit Alltagsgeräuschen und Musik, einen hohen Realitätsbezug vermittelt. Für uns wirkt die Ansicht besonders authentisch, wenn im Tagesablauf Sonnenaufgang und die Abenddämmerung kommen und die Farben wie weichgezeichnet wirken.

Mit unseren Berlin Besuchern, besonders Jüngeren, die die Mauer nicht mehr erlebt haben, besuchen wir regelmäßig das seit 2012 bestehende 270°-Panorama am ehemaligen Check Point Charlie, wo vom Westen (SO 36) die Ansicht auf die Berliner Mauer in den 1980er Jahren mit Grenzanlagen, Wachtürmen und Todesstreifen in der Sebastianstraße mit Blick zum Engelbecken erlebbar ist. Das alternative Leben, die besetzten Häuser im Windschatten der Mauer, und der Blick in den abgeriegelten Osten machen die Beklemmung erlebbar, die Beschreibungen oftmals nicht so vermitteln können. Originalreden wie „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“ begleiten den Tagesablauf. Manchmal fahren wir danach noch zum Originalschauplatz Sebastian-/Ecke Luckauer-Straße und dann erkennt man noch einige Gebäude im früheren Osten und Westen. Und natürlich den Pflasterstreifen, der den Verlauf der Berliner Mauer kennzeichnet.

Nun sind wir anlässlich des Luther-Jahres nach Wittenberg gefahren, um uns das Panorama „LUTHER 1517″ in Wittenberg anzuschauen. Zur Präsentation des 360°-Panoramas von Asisi wurde in Bahnhofsnähe (leider nicht ausgeschildert!) in der Altstadt im Herbst 2016 eine Rotunde errichtet. Und wieder ein großer ästhetischer Genuss, von einem imaginären Turm vor der Schlosskirche auf das Treiben in der Stadt zur Zeit Luthers Thesenanschlag zu schauen. So viele Details sind zu entdecken, dass die Zeit davon läuft. Da stehen die Bürger nach Ablassbriefen an, vor den Toren Wittenbergs ist eine öffentliche Hexenverbrennung und Cranachs Werkstatt ist geöffnet. Neue Ideen sind zu bestaunen: wir schauten „tagsüber“ in dunkle Fenster, „abends“  in beleuchtete Fenster und damit in die Stuben der Bürger – zum Beispiel sahen wir dort Luther im Kreise seiner Familie sitzen. Luther hört und sieht man auch an verschiedenen Orten wortgewaltig predigen.

Also, unbedingt hinfahren und ansehen. Karten kosten 11 € und können auch online gebucht werden. Am eisigen Februar-Sonntag hielt sich allerdings der Andrang in Grenzen.

Meint mw

Ein Kommentar

  1. Danke für den guten Tipp. Das höre ich das erste Mal mit dem Wittenberg- Panorama. In Dresden hatte ich mir das schon mal vor Jahren angesehen und war begeistert. Auch die Musik zur Präsentation gefiel mir ganz gut. Bin auf Wittenberg gespannt. LG Annette

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