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… und jünger

Treppauf, treppab

Friedenauer Treppenhauskonzerte

Am gestrigen Sonnabend fanden nun wie angekündigt die ersten Friedenauer Treppenhauskonzerte statt. Die Idee dazu stammt vom Verein Südwestpassage e.V., der bereits seit zehn Jahren die Friedenauer Kunstszene belebt, als da sind die jährliche Kultour mit über 70 offenen Ateliers, die Friedenauer Lesenacht, das Kurzfilmfestival Friedenale oder die Couchpoetos.

Fast unerwartet wurden die gestrigen Treppenhauskonzerte ein voller Erfolg, der drei der vier Veranstaltungsorte, meist ganz normale Treppenaufgänge, fast zum Bersten brachte. Ein paar hundert Zuhörer zwängten sich in die teilweise überfüllten Treppenhäuser und motivierten mit ihrem Beifall und ihrem Enthusiasmus die Musiker und Sänger zu Höchstleistungen trotz erschwerter Bedingungen. In einem Fall mussten die Fenster geöffnet werden, um die Zuhörer auf der Straße an der Musik teilhaben zu lassen.

Doch von vorn:

Im weitläufigen Treppenhaus der Sekundarschule am Perelsplatz sangen zwölf Vokalistinnen Lieder von Komponisten wie Heinrich Poos, Jaques Ibert oder Debussy unter dem Dirigat von Peter Uehling. Fast feierliche Stimmung, ein andächtiges Publikum und kräftiger Beifall.

Das anschließende Konzert der drei Hornisten Eva Päplow, Diana During und Christoph Latzel im Hinterhaus der Handjerystraße 18 konnten die meisten Zuhörer wegen Überfüllung nur im Freien stehend durch die geöffneten Fenster „genießen“, schade.

Weiter ging es im Treppenhaus Hähnelstraße 8 mit Schumann-Liedern, vorgetragen vom Cello-Duo TOLKAR, Franziska Kraft und Bo Wiget und der begeisternden Sopranistin Andrea Chudak. Frenetischer Beifall und strahlende Musiker. Wer hier wen mitriss bleibt ungeklärt.

Im Treppenhaus der Niedstraße 7 dann ein „stiller“ Gitarrist, Jan-Paul Reimann, mit ausgewählten Werken spanischer und südamerikanischer Komponisten. Das Publikum, dicht gepackt wie die Ölsardinen, andächtig und sediert, doch nicht nur von der Musik, mehr noch vom Luftmangel. Bis zum Ende hielt ich nicht durch.

Fazit: Ein unerwarteter Erfolg nach einer wunderbaren Idee, die unbedingt eine Fortsetzung finden sollte, doch bitte in entsprechend geräumigen Treppenhäusern, die „halbe Treppe“ reicht nicht mehr.

Ich gratuliere!

PB

Fotos(c) PB

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