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… und jünger

Weintrinken – Wellness für die grauen Zellen

„Weintrinken ist besser fürs Gehirn als Rechnen

unter einer Bedingung„*.  Trotz der nachgeschobenen Einschränkung machte mich diese Schlagzeile neugierig. Kurz zusammenfasst lese ich, Weintrinken regt unser Gehirn an. Nun ist dies nicht die cart blanche für den Konsum mindestens einer Flasche Wein am Abend, aber es ist eine neue interessante These:

Der amerikanische Wissenschaftler Gordon Shepherd von der Medizinischen Fakultät der renommierten Universität Yale behauptet in seinem kürzlich erschienen Buch  „Neuroenology: How the Brain Creates the Tast of Wine“, dass das Gehirn selbst den Geschmack von Wein erzeugt und damit Höchstleistungen erbringt.

Weinfreunde wussten es irgendwie immer schon, dass Weintrinken gar nicht so schlecht ist. Selbst in der renommierten Schroth-Kur wird in der Trinkverordnung der Weinkonsum zwar nicht zwingend, aber durchaus für gut befunden. Immerhin dürfen da Männer ein halben Liter pro Trinktag, die Frauen  „ein Viertele“ trinken. Wissenschaftlich, dies ist längst nachgewiesen,  wirkt Wein – in moderaten Mengen – gesundheitsfördernd. Er regt die Durchblutung und den Stoffwechsel an, soll Herzinfarkte und Schlaganfälle vorbeugen.

Abgesehen von diesen gesundheitlichen Aspekt  hat nun der amerikanische Professor die (gewagte?) These aufgestellt, dass Weintrinken das ideale Training für unser Gehirn sei. Natürlich unter bestimmten Voraussetzungen und natürlich geht es nicht darum, Hauptsache viel Alkohol zu trinken. Wenn Sie also denken, jeden Abend eine Flasche Wein macht sie fit im Kopf, dann irren Sie sich.  Schon der unvermeidliche „Kater“ am nächsten Tag sollte Sie also davon abhalten. Nein, es geht um den ersten Schluck eines Weins, den sie verkosten.

Nun sollten Sie den Wein nicht einfach schlucken, sondern dem Duft  und dem Geschmack des ersten Schlucks nachgehen. Als erstes riecht der Weinprofi  am Glas, um die „Nase“ des zu verkostenden Weins aufzunehmen und einzuordnen. Ein Geruch von Brombeeren, Holz, Lakritz oder Johannisbeere.  Dies rege das Zentrales Nervensystem bereits enorm an. Dieser Duft-Einordnung folgt der erste Schluck. Unter Weinkennern heißt es, man müsse den ersten Schluck „beißen“.  Denn dadurch wird die Flüssigkeit durch Mundhöhle gewirbelt, die Schleimhäute benetzt und so Abertausende von Geschmacks- und Geruchsnerven angeregt. Und genau  jetzt,  so der Professor, hat unser Gehirn ordentlich zu tun und leistet damit mehr als wenn wir zum Beispiel in einem Konzert sitzen und der Musik zuhören oder eben auch eine Matheaufgabe lösen. Es erfordere „außerordentliche Kontrolle über einen der größten Muskel im Körper“.

Shepherd hat jahrelang geforscht, wie das menschliche Gehirn Geschmack verarbeitet. Demnach ist Geschmack sehr viel subjektiver als angenommen. Shepherds Forschung belegt, dass Geschmack stark durch Erinnerungen und Emotionen geprägt wird.

Die Beurteilung eines Weins sagt also mehr über den Trinkenden aus als über den Wein selbst. „Der Geschmack ist nicht im Wein, der Geschmack wird vom Gehirn des Weintrinkenden kreiert!“ lautet die These von Shepherd.

Chateau d`Etroyes

Dies kann ich aus meiner „Wein-Erfahrung“ nur bestätigen.  Löst eine „Nase“ oder der Geschmack bei mir eine unangenehme Assoziation aus, kann er noch so viele Parker-Punkte, Goldmedaillen oder Prädikate haben, schon ist es nicht mehr „mein Wein“.

Also vergessen sie das ganze Programm des „Gehirnjoggings“ und das Lösen von Matherätseln,  organisieren Sie eine Weinprobe mit Freunden, das ist richtig Futter fürs Gehirn.

Prost und bleiben Sie neugierig

go

 

*Quelle: Stern online, April 2017

Fotos (c) mw/go

Ein Kommentar

  1. jens feddersen

    motto – hoch die tassen, es lebe der kakao!!!
    oder auch –
    witz komm raus aus der weinflasche!!!
    geht nicht, der abgebrochene korken klemmt…
    es ist schon erschreckend, wie allerorten mit büchern und lesestoff
    um die gunst der „““jungen-grauhaarigen mädchen und jungen gebuhlt wird““““…
    oder in ablehnung an goethe –
    die alten hören es gern, wenn die jugend plappert –
    was wir in jungen jahren gerne mal getrunken hätten-
    …..leider reichte nicht das geld…
    trinken wir jetzt – gesundheillich vorbeugend,..
    der amerikanische autor hat es ja „““buch“““stäblich
    in hülle und fülle vor- geschrieben,..
    oder- wie robert lembke es formuliert-
    „““““alt werden ist natürlich kein reines vergnügen-
    aber denken wir an die einzige alternative“““““…
    ich denke, würde er noch unter uns sein,
    er hätte diesen autor- samt seiner these!!!- süffisant beurteilt…
    ich hale es lieber mit churchill –
    „““ohne die küche meiner frau, wäre ich nie so alt geworden““““…
    egol – ich bünn holsteener –
    unn vun mien vadder heff ick denn schnack –
    alkohol datt iss meine gröttste feind-
    doch inne bibel, door steiht geschreeven-
    ook diene feinde muss du leeven…
    allen einen weiterhin fröhlichen weingenuss…
    denn wo sonst wird uns alten genuss mit 7% geboten…..
    ich halte es mit buttermilch….

    lg jens feddersen

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