Berlin ab 50…

… und jünger

Passwörter – und mein digitaler Nachlass

Ich habe heute begonnen, „mein Haus zu bestellen“ ( vgl. auch „Die letzten Dinge“ im März 2017 – https://berlinab50.com/2017/03/16/gedanken-ueber-die-letzten-dinge), um genauer zu sein, ich habe meinen „digitalen Nachlass“ geregelt.

Erfahrungen zeigen, dass  wenig Menschen, die soziale Netzwerke benutzen und/oder  gar eine eigene Website haben, sich Gedanken machen, wer und wie ihre Seiten nach ihrem Tod abmelden oder löschen. Wer ordentlich ist, hat alle seine Passwörter, die er in seinem „digitalen Leben“ benutzt, aufgeschrieben und zu seiner Patientenverfügung oder zu seinem Testament gelegt. Damit hat er seinen Nachkommen einen großen Gefallen getan, denn so können sie schnell und unkompliziert  auch diese Seite löschen. Man kann aber auch bereits im Vorfeld einiges dafür tun.

Ich habe zum Beispiel eine Website, einen  Facebook account und google Konten. Was aber passiert, wenn ich sterbe? Bei einem verstorbenen Freund war die Website eine lange Zeit über seinen Tod hinaus im Netz zu finden. Zuerst stimmte es mich traurig, dann war ich peinlich berührt und irgendwann empfand ich es beklemmend.  Dies geschah, weil niemand wusste, wie man diese Seite aus dem Netz wieder eliminieren kann. Auch sein Facebook Konto blieb lange aktiv, weil niemand auf die Idee kam, sich nicht nur um sein Bankkonto, sondern auch um dieses digitale Konto zu kümmern. Und natürlich war auch das Passwort nicht bekannt.  Das hätte man vielleicht noch umgehen können, wenn man das Passwort für seinen Email Account gewusst hätte.  Inzwischen weiß ich, dass  93% der Facebook Nutzer sich noch nie um diese Frage gekümmert haben.

Heute raffte ich mich endlich auf, mich um mein  Digitales Erbe zu kümmern. Zuerst mein Facebook Konto: Hier finde ich unter „Einstellungen /Konto verwalten/Sicherheitseinstellungen“ einen Button „Dein Nachlasskontakt“. Ein Klick. Nun kann ich eine Person meines Vertrauens benennen, die sich nach dem Ableben um meinen Account kümmern soll. Natürlich muss sie auch bei Facebook einen account besitzen. Ich gebe also einen Namen ein, sogleich öffnet sich eine mail  mit einer entsprechenden Nachricht an diese Adresse, die ich ergänzen und ändern kann.  Nun wird diese Person von meinem Wunsch verständigt. Sie hat dann die Qual der Wahl nach meinem Tod zu überlegen, ob er den Account sozusagen als Erinnerungsplatz noch ein wenig aufrecht erhalten will und irgendwann löscht oder gleich löscht. Ich hatte auch die Option, mein Konto gleich nach meinem Tod löschen zu lassen. Wie Facebook allerdings erfährt, dass ich, wenn ich eine Zeitlang nicht aktiv war, nicht faul und desinteressiert bin, sondern tot bin, weiß ich nicht. Irgendjemand muss es melden… klingt mir zu umständlich. ich wählte also der erste Variante -und hoffe, der Freund fällt nicht tot um, wenn er meine FB-Nachricht bekommt.

Bei Goggle gibt es so etwas ähnliches – den „Kontoinaktivität-Manager“. Man kann ihn für seine Konto/en aktivieren. Ein Klick und ich werde mit viel Information konfrontiert. Zuerst muss ich eine Wartefrist einstellen. Ich kann zwischen 3,6,9 und 12 Monaten wählen. Wenn ich mich also zum Beispiel nach einem Jahr nicht mehr auf meinem Konto bewegt habe, wird entweder ein Freund benachrichtig oder das Konto gelöscht.  Das kann ich bestimmen. Ich habe als Wartezeit 6 Monate eingestellt, weil ich mir vorstelle, dass ich, wenn ich ein halbes Jahr mein Mailkonto nicht anrühre, sterbenskrank bin. Sollte ich mich also einige Monate nicht auf meinem Google Konto bewegt haben, werde ich zwei Monate bevor diese 6 Monats-Frist abläuft, noch einmal angeschrieben. Lebe ich, kann ich reagieren, wenn nicht, wird ein Freund nach Ablauf der 6 Monate verständigt. Ich gebe also meine Wünsche dem „Inaktivitätsmanager“ an,  nun bekomme ich eine Codenummern via Telefon und muss sie nun dem Manager angeben. Nach dieser Verifizierung ist das Procedere abgeschlossen.

Ich habe mir beide Aktivitäten ausgedruckt und lege sie zu meiner Patientenverfügung und dem Testament. Dabei fällt mir ein, dass ich bei Gelegenheit auch meine aktuellen Passwörter für  meine verschiedenen Aktivitäten im Netz – ordentlich zusammenschrieben –  dort deponieren sollte. Schließlich will ja nicht, dass mein Mann, der übrigens kein Facebook Konto hat, ständig von diversen Firmen angeschrieben wird und nichts abmelden kann. Und genauso soll er in der Lage sein, sich in den Blog einzuwählen ….

In diesem Sinne – bleiben Sie neugierig

go

2 Kommentare

  1. Irene

    Das ist ein ungemein kluger Tipp! Danke:-)))

  2. Sehr wichtiges Thema und wir finden es toll, dass Sie hierzu Aufklärung betreiben ! Doch es fehlen sehr viele weitere hilfreiche Tipps und Tricks, die zur Regelung des digitalen Nachlasses gehören. Gerne können Sie uns hierzu kontaktieren unter info@digitaleserbe.net

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: