Berlin ab 50…

… und jünger

Ob ich der AFD beitreten sollte?

Ob ich der AFD beitreten sollte?

Schön, dass Sie noch da sind und weiterlesen! Also kein spinaler Lösch-Reflex  unter Umgehung des Großhirns, wie heute in der öffentlichen Wahrnehmung so üblich. Sie gestatten sich den Luxus, noch selbst zu denken und zu informieren, worum es eigentlich geht, bevor der Finger die Löschtaste betätigt. Glückwunsch, wie schön und hoffnungsvoll.

Also fangen wir an: Letztes Jahr besuchte ich im Frühjahr Kassel. In Vorbereitung des Besuchs des Museums für Sepulkralkultur stieß ich auf die Seite der AFD: Die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V. (eben AFD)  wurde bereits 1951 gegründet. An welchen anderen Verein, um Gottes Willen,  dachten Sie denn beim Lesen der Überschrift?

Die AFD betreibt das in Kassel beheimatete und 1992 eröffnete  Museum für Sepulkralkultur, eines von sieben Sepulkralmuseen in Europa.  Der Ursprung des Wortes „Sepulkral“  stammt vom lateinischen „sepulcrum“ (Grab, Grabstätte) ab. Die Sepulkralkultur umfasst nicht nur das Grabmal, sondern alle kulturellen Entwicklungen, die mit der Bestattung und Totengedenken zusammenhängen und die heute so  aktuell wie früher sind. Sich mit Sterben und Tod auseinander zu setzen, finde ich wichtig und deshalb habe mir die der Frage gestellt, ob ich durch eine Mitgliedschaft in der AFD die neueren Entwicklungen auf dem Gebiet der Bestattungs- und  Friedhofskultur  besser gebündelt verfolgen kann.

In einer kleinen Reihe möchte ich in zwangloser Folge den Blog-Lesern zuerst dieses  Museum vorstellen (das auch von Berlin mitfinanziert wird!), dann über die Begräbniskultur  in den historischen Epochen ab dem 17. Jahrhundert berichten, über die Geschichte der Feuerbestattung in Deutschland  informieren, die aktuelle Situation der Begräbniskultur beschreiben und dann auf die Berliner Friedhofssituation eingehen.  Ich würde mich freuen, wenn Sie mich begleiten.

Das Kasseler Museum für Sepulkralkultur zeigt auf ca. 1400 qm² Ausstellungsfläche historische und aktuelle Zeugnisse der Begräbniskultur vornehmlich aus dem deutschsprachigen Raum. Dazu gehören Grabsteine, Engel, Epitaphe, Leichenreden, Totengedenk- und Gebetbücher, überhaupt Gegenstände des Totengedenkens sowie Realien des Sterbe- und Bestattungsbrauchtums wie Leichenwagen. Auch neue Entwicklungen, wie multikulturelle Trauerorte für Menschen aller Kulturen und Religionen, die z.B. wegen Flucht und Vertreibung nicht zu den Gräbern ihrer Angehörigen gehen können, wie unlängst in Düsseldorf eingerichtet,  werden vorgestellt. Und natürlich wird der Frage nachgegangen, welchen Wertewandel die Trauerkultur derzeit durchläuft.

Das Museum befindet sich in den  früheren Henschel-Wirtschaftsgebäuden und einem Neubau am Weinberg in Kassel. Nebenan auf dem Gelände der  1932 abgerissenen Henschel Villa (zur Information: Henschel war einer der bedeutendsten Hersteller von Lokomotiven in Europa) steht seit zwei Jahren das fantastische Gebrüder- Grimm- Ausstellungshaus („Grimmwelt Kassel“).  Noch ein Grund mehr, mal nach Kassel  zu  fahren-neben dem Sepulkralmuseum und der Documenta in diesem Jahr).

Mit Ringelnatz möchte ich für heute schließen: „Ich bitte dich: Wenn ich dereinst mal sterbe, Tu meine Asche nicht in Kunstgewerbe“  (“Kunstgewerbe“, Gedicht , 1926, Joachim Ringelnatz) . Ob Designer-Urnen dazuzählen? So abwegig ist das übrigens nicht. In Bremen kann man die Urne mit nach Hause nehmen! Jedes Bundesland hat sein eigenes Friedhofsgesetz.

Bis zur nächsten Folge grüßt Sie

Ihr mw

 

Fotos (c) mw

 

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