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… und jünger

Alter Markt, Potsdam

Verreisen Sie doch mal zum Alten Markt nach Potsdam

Was verbinden Sie mit Potsdam – Schloss Sanssouci und dem dazugehörigen Park, Schloss Babelsberg, Schloss Cecilienhof mit Neuem Garten, das Holländische Viertel? Denken Sie bei Potsdam an die Preußische Garnisonsstadt, die barocke Königsstadt oder die sozialistische Vorzeigestadt, an die Potsdamer Konferenz oder die Glienicker Brücke?

Mein erster Eindruck von Potsdam war vor allem der einer grauen, heruntergekommenen Stadt. Das war im Frühjahr 1994. Dieser Zustand verstellte lange Zeit meinen Blick. Von wegen barockes  Juwel….

Doch Potsdam hat sich in den letzten 25 Jahren zu einer Schönheit entwickelt. Auch wenn ich dem Konzept, alte Bauwerke zu rekonstruieren und historisch genau aufzubauen, skeptisch gegenüberstehe,  muss ich doch zugeben, dass sich besonders der Platz am  Alten Markt vor dem Schloss und der Nikolaikirche langsam zu einem schönen Platz formt. „Disneyland“ hin oder her. Nur der hässliche Kasten der ehemaligen Fachhochschule und seit September 2016 Sitz des Brandenburgischen Zentrums für Medienwissenschaften (ZeM) ist ein „ästhetischer Magenschwinger“.  Noch wird heiß diskutiert, ob er nun abgerissen werden soll oder als  Zeugnis einer anderen Zeit erhaltenswert sei.

Der Neubau des Brandenburger Landestages mit der barocken Fassade des ehemaligen Stadtschlosses  –  außen Barock, innen Parlament – , schließt auf dem Alten Markt eine jahrzehntelange städtebauliche Lücke. Übrigens soll der Besuch der Dachterrasse der  öffentlich zugänglichen Landtagskantine ein Highlight sein. Denn von dort bietet sich einem ein eindrucksvoller Blick über den Alten Markt mit St. Nikolaikirche und Altem Rathaus.

Einen ähnlich schönen Blick hat man vom neu eröffneten Museum Barberini aus einem der Fenster im zweiten Obergeschoss. Das Palais Barberini, im Krieg zerstört und abgetragen, wurde ab 2013 äußerlich weitgehend nach dem klassizistisch-barockem Original wieder errichtet. Es  liegt gleich neben dem Landtag und visasvis der St. Nikolaikirche.

Das von Hasso Plattner privat gestiftete Kunstmuseum hat sich seit seiner Eröffnung am 20.Januar 2017 zum Publikumsmagnet entwickelt. Zu Recht. Mein Besuch lag  „Zwischen den Ausstellungen“, also nach und vor einer Ausstellung, und dies war nicht einmal ein Nachteil. Denn ich konnte durch den Bau schlendern,  mich in Ruhe unter anderem an ein paar wunderschönen Monets, den vier Mona Lisas von Andy Warhol und einige Skulpturen von Rodin erfreuen . Und es ist angenehm leer – weil sich eben noch keine Besuchermassen zu einer Ausstellung drängen. Im Innenhof, der zur Havel hin offen liegt, steht  ein Abguß von Mattheuers beeindruckendem „Jahrhundertschritt“. Seit 17.6.2017  läuft die neueste Ausstellung Von Hopper bis Rothko- Amerikas Weg in die Moderne – und sie verspricht auch wieder ein Renner zu werden. Also am besten Tickets vorbestellen, was ganz leicht per online geht. Bis 03.10.2017 haben Sie noch Zeit.

Für die Tasse Kaffee  danach oder auch für einen kleinen Imbiss haben Sie die Qual der Wahl – es gibt einen Raum des Restaurant-Cafe Barberini, der auf den Alten Markt hinaussieht, und einen zweiten, der am Ende des Innenhofes mit Blick auf den Jahrhundertschritt und die Havel liegt. Beides hat seinen Reiz.

Wenn Sie sich für einen Kaffee „mit schöner Aussicht“ entschieden haben und auf den Alten Markt sehen, entdecken Sie rechter Hand das Alte Rathaus, in dem das Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte residiert.  Noch bis 9.Juli gibt es dort die die Ausstellung „Faszinierender Blick. Potsdamer Veduten des 18. und 19.Jahrhundert“. Die ständige Ausstellung „Potsdam. eine Stadt macht Geschichte“ erzählt in 11 Themenbereichen die über 1000jährige Geschichte vom „unbedeutenden Nest“ im Mittelalter bis zur Gegenwart.  500 originale Objekte aus dem Kultur- und Alltagsleben präsentieren das Leben in der Stadt Potsdam.

Direkt in Ihrem Blickfeld steht die im Krieg schwer zerstörte und historisch genau wieder aufgebaute St. Nikolaikirche, die nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel zwischen 1830 und 1837 entstand. Ein Blick hinein lohnt sich auf jeden Fall. Vielleicht gehen Sie auch zur Orgelnacht  (Orgelweihe) am 23.September 2017, von 21 bis 24 Uhr, der Eintritt ist frei.

Natürlich ist es ein wenig „Disneyland“, aber trotzdem hat für mich Potsdam einen neuen Anziehungspunkt bekommen, den Alten Markt. Er ist, und das ist auch wichtig, mit der S-Bahn von Berlin aus einfach zu erreichen.

Reisen Sie mal ins nahe Brandenburg und bleiben Sie neugierig

go

Museum Barberini, Montags/ mittwochs bis sonntags 10 – 19 Uhr,  www.museum-barberini.com

Potdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte, Di/Mi/Fr 10 – 17 Uhr, Do 10 – 18 Uhr, Sa+So 10 – 18 Uhr, www.potsdam-museum.de

 

Fotos (c) mw

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