Berlin ab 50…

… und jünger

„Gibt verbrauchte Energie zurück“

„Gibt verbrauchte Energie sofort zurück“  lautet ein bekannter Werbespruch eines Süßwarenherstellers und daran musste ich denken, als ich von einer technologischen Erfindung in den USA las. Eine neue Treppenstufentechnologie soll Älteren  helfen, kraftsparender Treppen auf- und abzusteigen. Im Online-Fachjournal „Plos One“ (http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0179637) wurde ein  Prototyp der Treppe vorgestellt. Die Stufen sind als  Alternative zum Treppenliften anzusehen, bei dem eigene Aktivität nicht eingefordert wird und die außerdem teuer sind.

Metallfedern in den auf herkömmlichen Stufen aufbaubaren Modulen speichern beim Abstieg des Bewohners die Energie, die dieser auf die Stufen abgibt, und geben sie beim Aufstieg wieder zurück. Ältere Menschen sollen so länger in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben können. Die Stufen hängen an Metallfedern befestigt in einem stabilen Aluminiumrahmen. Beim Hinabsteigen werden die Stufen nach unten gedrückt und rasten dort auf Höhe der ursprünglichen Treppenstufe in einen elektromagnetischen Riegel ein, so dass sie nicht gleich wieder hochschnellen. Die Federn sind nun gespannt.  Beim Aufstieg gibt der Elektromagnet eine Stufe immer dann frei, wenn der erste Fuß auf die nächsthöhere Stufe gestellt wird. Dann ziehen die Federn das Trittbrett sanft nach oben und unterstützen beim Aufstieg den nächsten Schritt.  So wird Kraft gespart.

Wie die Forscher in der Studie schreiben, sollen  auf diese Weise vor allem die Kniee entlastet werden. Sensoren auf den Stufen registrieren, ob die Treppe hinauf- oder hinuntergestiegen wird. Die Wissenschaftler sehen in ihrer Erfindung einen deutlichen Vorteil im Vergleich zu teuren Treppenliften. „Aufzüge und Treppenlifte ersetzen den Treppenaufstieg komplett, selbst wenn die Nutzer  – wenn auch unter Mühen – dazu körperlich noch in der Lage wären“  schreiben die Autoren in der Studie. Da damit die Muskulatur weiter  trainiert wird, wird die Hilfestellung  durch die gefederten Stufen als gute Alternative bei vorhandener Gehfähigkeit, aber Kraftlosigkeit angesehen.

Bis die Treppenkonstruktion tatsächlich in die Praxis umgesetzt  werden kann, bedarf es noch weiterer Untersuchungen. So ist ein Problem, wenn verschiedene Menschen  mit erheblich unterschiedlichem Gewicht die Stufen benutzen.  Dann  sind  auch unterschiedliche  Härtegrad der Federn notwendig. Ist der untergewichtige Nutzer die Treppe abgestiegen, wird die Federkraft kaum für den übergewichtigen „Aufsteiger“ reichen.  Dazu werden noch Lösungen gesucht.

Geht es Ihnen auch so, dass Sie sich mit zunehmendem  Alter  durchschaut fühlen, wenn Sie plötzlich Zielgruppe  von Mails  für Treppenlifte (z.B. von der Deutschen Treppenlift Beratung) werden oder Werbung in einschlägigen Zeitschriften ( z.B. ADAC Motorwelt) für „Lifta –der Treppenlift“ auf Sie einprasseln ? Ja, ein untrügliches Zeichen des Älterwerdens. Dafür bleiben nun zum Glück in den Spam-Mails Angebote für Potenzmittel und Penisverlängerungen aus.  Alles hat zwei Seiten

Meint mw

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