Berlin ab 50…

… und jünger

Sammlers Traum und ein Meer aus Farben

Sammlers Traum  steht auf einer kleinen orangenen Tüte mit Samen von der Ringelblume, die ich auf der IGA geschenkt bekam – von wem? Na, von den Orangenen, der BSR. Ich bin auf der IGA in Marzahn und ich möchte Sie mitnehmen auf meinen Rundgang durch ein Meer aus Farben.

Viele Tage lang blieb mir der Eindruck meines diesjährigen IGA Besuchs im Kopf – ein weites bienensummendes Wiesenmeer  und darüber die Seilbahn, am Horizont wie ein weißes Ufo der „Wolkenhain“, die Aussichtsplattform.  Die Weitläufigkeit dieser IGA hat mich sehr beeindruckt, es finden sich immer wieder Wege, auf denen man fast alleine geht und sich vorbereiten kann auf den nächsten Blumen Eindruck. Vorbei an wunderschön angelegten Beeten, dem Märkischen Garten, über den Wuhlesteig, am  Umweltbildungszentrum mit Seeterrassen vorbei auf der Kienberg Promenade bis zum „Projekte der Lebenskultur“.

Drei witzige Dächer leuchten von Weitem,  vorbei am Iglu „Inside the flowers“ gehe ich direkt auf  die begehbaren Müllskulptur des Künstlerkollektiv raumlaborberlin zu , das es für die BSR entworfen hat. Die Idee dahinter sind innovative Projekte als Beitrag zu Erhaltung von Natur,  interessant und horizonterweiternd.  Schindeln aus alten Milchtüten, die silbern glänzen, bunte Plastiktüten-Tapeten und Pflanzentöpfe aus recyceltem Material… ein kluger Gedankenaustausch mit den BSR-Herren und eine kleine orange Tüte, mein  Ringelblumen-Samen-Geschenk.

Meine Tour hat am Eingang Kienbergpark begonnen und ich gehe die erste Strecke zu Fuß, damit ich mir einen Eindruck erlaufen kann – auf dem Rückweg will ich dann die Seilbahn nehmen, denn da werden meine Füße müde sein. Eine kluge Entscheidung, wie sich nach vier Stunden herausstellte.

Nach dem netten Gespräch mit den BSR Herren geht’s nun zu den „Wassergärten“ mit Ziel Blumenhalle, die am anderen Haupteingang „Gärten der Welt“ liegt. Ein „Mehr an Farben“ wird zum Meer von Blüten und Blumen.  Eine Überfülle von herrlichen bunten Blumenarrangements, die mich stundenlang in der Halle verharren ließen. Beglückend für einen Blumenfreund. Dann geht es vorbei am Fuß der Seilbahnstation zu den „internationalen Gartenkabinetten“, die teilweise überaus beeindruckend waren – von einem Thailandischen Garten über einen chinesischen „Dule Yuan“ / Garten des abgeschiedenen Vergnügens, bis zu einem australischen Entwurf. Das ist wahre Gartenkunst und hätte die Herren Lené und Pückler sicher erfreut.

Nun komme ich an den Renaissancegarten, der schon zwar eine Weile zu den Gärten der Welt gehört, aber inzwischen eingewachsen ist und an diesem sonnigen Tag Schatten und Wohlgerüche in Fülle gewährt. Ich lasse den Arenenbereich rechts liegen und widme mich weiter der „Gartensituation – Haus und Privatgärten“. Witziges, Anregendes und Eigenartiges begegnet mir.  Gegenüber vom Dahliengarten  lockt ein Englischer  Garten, der allerdings heute zumindest nicht meine ganze Aufmerksam hat. Erstaunlich vielfältig und großzügig ist die Abteilung Grab- und Denkmal geworden. Wirkliche schöne, ästhetische Bepflanzung – es gibt kaum gerade Formen, sondern eher verspielt und schwungvoll. Interessant fand ich auch den Friedhof der Natur, wo die Gräber bepflanzt sind mit Bienenweiden und Bienenhotels auf den Wegen.  Wieder gehe ich vorbei an herrlichen Rabatten, eine Augenweide, die mich zum (neuen) Eingang des Orientalischen Garten bringt.

Die „Gärten der Welt“ sind schon immer ein magnetischer Anziehungspunkt für mich gewesen, aber durch die IGA  sind sie noch umfangreicher, interessanter, spannender geworden, sozusagen eine Parkanlage im „deluxe Format“. Den koreanische, japanischer, christlichen Garten, die ich  ja schon öfters besucht habe, lasse ich ein wenig außen vor – allerdings nicht den Bali Garten, der eine neue Tropenhalle bekommen hat und ein weiteres Juwel auf dem Gelände geworden ist. Und so folgt ein Highlight dem nächsten.

Endlich gönne ich mir etwas zu trinken an einem der vielen Restaurationen und mein Blick fällt auf den üppig blühenden Rosengarten. Entfernt nehme ich auch die Schwanzspitze des neuen Wals auf dem Wasserspielplatz wahr.

Über den chinesischen Garten geht es nun langsam zurück zum Haupteingang „Gärten der Welt“  – jetzt komme ich noch einmal an der herrlichen Wiese vorbei, die für die IGA zur Bienenweide gestaltet wurde.

Ich stehe in der Schlange zur Seilbahn  und bin erstaunt, wie zügig man „abgefertigt“ wird und eine Gondel besteigen kann. Nun geht es über das IGA Gelände hinauf zum Kienberg. Viel Grün, viel hohe Bäume, so dass auf dieser Fahrt fast enttäuschend von den vielen gepflanzten Blumen kaum etwas zu sehen ist. Oben angekommen eröffnet sich ein schöner Blick auf Berlin-Lichtenberg, Marzahn und Hellersdorf  und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass alle diese Wohnungen mit der IGA einen wirklichen Mehrwert gewonnen haben. Dieses wunderbare, große Gelände direkt vor den Augen und der Nase ist ein großer Zugewinn. Ich würde mir, wenn ich hier leben würde, umgehend eine Jahreskarte besorgen.

Auf der zweiten Strecke der Seilbahn hinunter zum Haupteingang Kienbergpark sehe ich wieder den Wuhleteich und von oben wird besonders deutlich, wie wunderbar natürlich inzwischen die Ufer des künstlich angelegten Teichs bepflanzt und zugewachsen sind.

Meine Füße tun mir nun ordentlich weh, aber meine Kopf ist voller bunter Eindrücke und mein Gärtner/Blumenherz ist erfüllt – und wie schon gesagt, der Eindruck blieb mir lange haften.

Nutzen Sie die Gelegenheit, dass  die IGA dieses Jahr in Berlin  zu Gast ist und besuchen Sie diese wunderbaren Gärten der Welt und das Meer von Blumen. Die Anfahrt ist denkbar einfach: Sie nehmen die U5 ab Alexanderplatz , steigen „Kienbergpark“ aus und  – wenn Sie an der Oberfläche angekommen sind –  überqueren die Straße und schon sehen Sie den Haupteingang „Kienberpark“.  Mit Auto werden Sie auf einen etwas weiter entfernten Parkplatz dirigiert und von dort bringt Sie ein Shuttle-Bus zum Haupteingang. Also, carpe diem und viel Spaß im Blumenmeer!

Bleiben Sie neugierig

go

Fotos (c) go, mw

 

 

 

Ein Kommentar

  1. Danke für den tollen Bericht. Ich bin auch begeistert von der IGA und war sogar schon ein zweites Mal da. Bin gespannt, was ein Jahr nach der IGA noch zu sehen sein wird. Die Seilbahn soll ja sogar 3 Jahre weiter in Betrieb sein. LG Annette

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