Berlin ab 50…

… und jünger

Grasgeflüster

(c) apotheker-wissen.de

Die  Freigabe von Marihuana in 22  Bundesstaaten der  USA hat im letzten Jahr einen bis zu 15 %igen Anstieg des Drogengebrauchs in diesen Staaten gebracht. Sicher hängt das auch mit den nun günstigeren Preisen als auf dem illegalen Markt zusammen und der mit der Freigabe assoziierten Unbedenklichkeit. Auch Uruguay hat, wie kürzlich berichtet wurde, den Verkauf von Marihuana legalisiert. Der Preis beträgt nur die Hälfte der Kosten auf dem Schwarzmarkts  und die Qualität des „Stoffs“ ist durch die Abgabe über Apotheken an eingetragene inländische Kunden (40 g im Monat gegen Fingerabdruck) gesichert.

Als ich das las, wurde ich stutzig. Sollen Apotheken wirklich Genussmittel abgeben? Welche Botschaft wird damit vermittelt? Demnächst auch alkoholische Getränke und Zigaretten aus ihrer Easy-Apotheke mit freundlicher Ermahnung Fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker? Der Apotheker als staatlich approbierter  Dealer? Und was machen dann all die „Spätis“ in Kreuzberg und sonstwo? Die Bemühungen der Kreuzberger Hanf-Lobbyisten aus dem Rathaus gehen aber wohl in diese Richtung.

Doch unabhängig vom Genussmittel-Potential kann seit  dem 10.März  2017 auch in  Deutschland medizinischer Cannabis (als Cannabis flos, getrocknete Blüten) therapeutisch bei schwerwiegenden Erkrankungen und fehlenden Therapiealternativen verordnet werden, ohne dass es dazu – wie bisher- einer personengebundenen Genehmigung durch das Bundes-Arzneimittelinstitut bedarf. Die Einzelheiten des praktischen Inkrafttretens  sind unübersichtlich, es bedarf noch einer Richtlinie der Bundesärztekammer zu den verordnungsfähigen Diagnosen und einiger anderer Durchführungsbestimmungen im Betäubungsmittelrecht.  Die pflanzliche Droge muss der vorgeschriebenen Arzneibuchqualität (Reinheit) entsprechen und ist über den Gehalt des Hauptinhaltsstoffs THC definiert. Abgegeben werden auf ärztliche Verordnung die getrockneten weiblichen Blüten, gemeinhin als Marihuana bezeichnet. Nicht gehandelt wird dagegen Haschisch, der getrocknete und gepresste Harz aus den Blüten. Haschisch gibt es weiterhin nur illegal an den bekannten Berliner Orten.  Bei chronisch-neuropathischen oder durch Krebs verursachten Schmerzen sowie bei Spastiken infolge Multipler Sklerose wurde die besondere Wirksamkeit von Marihuana in klinischen Studien beschrieben. Jedoch sollen die Cannabisblüten nicht in Kombination mit Tabak wegen der bekannten Gefahren (Rauchen verursacht Krebs) geraucht werden. Als Applikationsformen kann alternativ die Inhalation mittels eines Verdampfers erfolgen oder als  Teeaufguss. Wirkeintritt und -dauer unterscheiden sich nach Art der Anwendung. Bei der Inhalation ist innerhalb von einer bis zwei Minuten die Wirkung zu spüren, die  bis zu vier Stunden anhält. Bei oraler Aufnahme als Tee  dauert es 30 bis 90 Minuten, bis der Patient eine Wirkung merkt, die nach ca. 6-8  Stunden abklingt.  Die Grundlagenforschung zu den Inhaltsstoffen und Wirkungen von Cannabis ist jedoch erst am Anfang. Zu glauben, dass das Inhalieren der Droge alle bestehenden therapeutischen Defizite zukünftig beseitigen kann, ist nicht „zielführend“, wie es so schön heißt. Die Befürworter von Medizinal-Hanf sehen das natürlich anders.  Die medizinische Verwendung unter Nutzen/Risikoabwägung und die Abgabe auf Rezept in der Apotheke sollte nicht als Alibi für die illegale Verwendung der Droge dienen, denn Gehirn- und Verhaltensänderungen gerade bei Jugendlichen sind vielfach nachgewiesen.

GRASGEFLÜSTER heißt eine turbulente britische Filmkomödie von Nigel Cole aus dem Jahr 2000, in dem es um den Hanfanbau (Cannabis sativa),  Marihuana-Ernte und Dealer im Gartenparadies  Cornwall geht.

„Auf  Pille nicht und Salbe hoff, wer täglich dreizehn Halbe soff“ meinte einmal Eugen Roth.  Obwohl, die Befürworter des Genussmittels Marihuana meinen ja, dass Cannabis ein kleineres Schadenspotential für den Nutzer hat als Alkohol. Aber sicher macht´s wie immer die Dosis und die Häufigkeit.

Meint mw

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