Berlin ab 50…

… und jünger

Musik zum Sehen…

Wir geben den Ton an

 Musik ist etwas zum Hören, oder? Im Kupferstichkabinett Berlin ist es auch etwas zum Sehen. Noch bis 5.11.2017 können Sie dort eine feine, kleine Ausstellung finden: Wir geben den Ton an. Bilder der Musik von Mantegna bis Matisse.

– Black listens to Red, piano concerto 3, R. Julius, 1999 –

Amüsant und vielfältig wird das Thema Musik seit Jahrhunderten auf Papier gebannt – das früheste Exponat der Ausstellung datiert von 1210. Im Kabinett werden eine Auswahl der schönsten und kuriosesten Musikbilder aus der Sammlung des Museums von Mantegna bis Kandinsky, von Rembrandt bis Picasso, von Menzel bis Matisse und  bis zu den zeitgenössischen Künstlern wie Wolf Vostell, Arnulf Rainer, Rolf Julius  oder Jorinde Voigt und William Engelen gezeigt.

– Junggesellen-Baum, Unbekannter Künstler, 17.Jh. –

Musiziert wird auf Erden und im Himmel, in Kirchen, in Hauskonzerten, in Wirtshäusern und im Konzertsaal. Es musizieren Solisten, Chöre und Orchester, Könner und Dilettanten, sie spielen von der Kirchenmusik über Opern bis zur Kaffeehausmusik und Jazz alles. Gezeichnet werden große Musiker wie die Mozarts, Paganini oder Beethoven, Dirigenten wie Igor Markevitsch  und natürlich  Musikinstrumente – wie die sinnlich elegante geschwungene Konturen von Streichinstrumenten oder die Idee einer Tischorgel.

Linien, Punkte, Kürzel sind die Grundelemente um unsichtbare Töne als Noten  auf Papier zu bringen. Ton, Stimmung, Klang, Variation, Komposition und Rhythmus sind nicht nur Begriffe in der Musik, sondern auch in der Zeichenkunst und Druckgrafik. Skizzen Studien,  Bilderserien und Entwürfe beschäftigen sich nicht selten mit der Musik,  dem Musiker, dem Komponisten und den Musikinstrumenten.

– Modellstudie von C.P.E.Bach, A.Menzel, um 1852 –

Wie die „Etüde“ dem Musiker gibt die „Studie“ dem Zeichner die Möglichkeit, sich einem Motiv zu nähern, einzelne Teile herauszugreifen auszuprobieren, zu verwerfen und zu üben, bevor sie ins große Ganze eingefügt werden. Schön ist dies an den Skizzen von Adolph Menzel für sein „Flötenkonzert Friedrich des Großen in Sanssouci“ auszumachen – ein Bild, das ich oft gesehen habe und doch erst jetzt bei dieser Ausstellung bewusst wahrgenommen habe, dass Carl Philipp Emanuel Bach am Cembalo sitzt, eben weil … es eine kleine Studie gibt.  Amüsant auch Menzels Zeichnung „Zuhörer im Konzert. Hier und ganz generell ist mir aufgefallen, dass die Erklärungen zu den Bildern knapp und die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die wichtigsten Details lenkt ohne zu didaktisch zu sein. Ein Lob an die Ausstellungsmacher!

Schwelgen Sie in den Bildern und Klängen, genießen Sie die eindrucksvolle Wechselwirkung von Bild- und Tonkunst – es ist ein Vergnügen.

Bleiben Sie neugierig

go

 

Öffnungszeiten des Kupferstichkabinetts im Kulturforum, Mattäikirchplatz , sind  Di – Fr 10 bis 18 Uhr, am Wochenende ab 11 Uhr, Mo geschlossen

 

Fotos (c) go

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