Berlin ab 50…

… und jünger

Aufgespießt: Alte weiße Männer….

„Alte weiße Männer sind das Problem“  titelte neulich der „Tagesspiegel“ (30.10.2017) und zitierte damit  einen  (meiner Meinung nach überschätzten) englischen Erfinder („Internet der  Dinge“, geboren 1968), der in diesen „alten weißen Männern“ die größten Hemmnisse des Fortschritts sieht.

Nach dem Brexit schrieb die Journalistin Christina Kufer auf „Bento“, dem  online-Jugendmagazin des Spiegels,  wegen der hohen  Wahlbeteiligung der Generation 50+  „Generation Rollator, mach mein Europa nicht kaputt“.

Die alten weißen Männer sterben, jetzt können wir die Geschichte revolutionieren“  twitterte eine Professorin und damalige Humboldt -Stipendiatin  als der deutsch- amerikanische  Historiker Fritz Stern  2016 mit neunzig Jahren starb.

Die Digitalausgabe der „FAZ“ überschrieb 2016 einen Artikel mit „Die Greisenfresser kommen“ und berichtete  über eine Journalistin der linken Le Monde, die sich als „Gérontophage“ (Greisenfresserin) bezeichnet und  die twitterte, dass es beim Wahlrecht für Alte wie mit dem Führerschein sei:  von einem gewissen Alter an solle man es ihnen entziehen.

Solche Überlegungen gab es in der letzten Zeit auch in Deutschland, aber nicht als aktiver Entzug, sondern als  zusätzliches Wahlrecht für Familien  –  für ihre minderjährigen Kinder. Jens Spahn, CDU,  ist sich hier mit der früheren Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, SPD  einig, aber dazu  müsste das Grundgesetz geändert werden. Kurz und gut:  „Alten-Bashing“  ist in der Mitte der jungen Gesellschaft angekommen.

In den Medien liest und hört man nun öfter, wie alte Menschen Opfer von Diskriminierung und Ausgrenzung werden.  Ich hab noch Heino im Ohr, der  1971  sang  „Ich hab Ehrfurcht vor schneeweißen Haaren“ –  lang ist es her.  Ist das „Alten-Bashing“ nicht eigentlich „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“  und damit ein Fall für die wachsame „Amadeu  Antonio Stiftung“, die mit  ihrem Projekt der „Vielfalts- und Gleichwertigkeitscoaches“  junge Menschen immun machen will gegen Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit? Doch nachdem ich Henrik Broders Artikel in der Welt „Wer schützt eigentlich uns alte weiße Männer ? https://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article128754043/Wer-schuetzt-eigentlich-uns-alte-weisse-Maenner.html  gelesen  habe, ist mir klar, dass sich auch die  „Antidiskriminierungsstelle“ des Bundes für Maßnahmen gegen die Diskriminierung dieser Opfergruppe nicht verantwortlich fühlt.

Friedrich Schiller meinte schon vor 200 Jahren dazu:  „Gar vorschnell  ist die Jugend mit dem Wort, das schwer sich handhabt, wie des Messers Schneide. Aus ihrem heißen Kopfe nimmt sie keck der Dinge Maß, die nur sich selber richten.“ (Wallensteins Tod II, 2.; Wallenstein).

Vielleicht werden die „Alten weißen Männer“ noch zum Unwort des Jahres 2017?

Meint resigniert

mw

 

 

Ein Kommentar

  1. Carl

    Auch ich gehöre zu der Gruppe der so gescholtenen „alten weißen Männer“. Natürlich gefällt es mir nicht, so bezeichnet und vor allem so diskreditiert zu werden. Aber ist nicht doch etwas daran? Sind es nicht die „alten weißen Männer“ selbst, die sich durch ihr Tun, ihre Selbstverliebtheit, ihren Chauvinismus? Sind die sexuellen Übergriffe, die ja wohl nicht nur vereinzelt stattfinden, die subversive Art, Frauen zu missachten, nicht auch ein Beweis dafür, dass die alten weißen Männer anfangen müssen lernen? Alte Menschen brauchen Schutz, aber ich glaube nicht, dass diese „alten weißen Männer“ in besonderer Art schutzwürdig sind. Sie können sich, wie man merken kann, ziemlich gut selbst schützen. Indem sie austeilen.
    Carl

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