Berlin ab 50…

… und jünger

Zwischen Mehl und Milch….

„In der Weihnachtsbäckerei gibt es manche Leckerei – Zwischen Mehl und Milch
macht so mancher Knilch eine riesengroße Kleckerei...“ klingt es fröhlich aus meiner Küche, denn heute ist großer Backtag.  Schon seit Jahren backen wir  Stollen, sächsische Stolle. Und das immer Ende Oktober, spätestens Anfang November – damit die Stollen ruhen können und zum Adventstee genießbar sind.

Dieses Jahr hatten wir nun drei Kinder zur Unterstützung. Das Kneten des Teiges ist ja durchaus „Schwerarbeit“,  denn die Teigmenge muss oft und immer wieder bewegt werden – und wenn man nicht nur eine Stolle backen will, sind das viele Kilo.

In unserer  Stollen-Backschüssel aus Keramik ist der Hefeteig bereits vorbereitet. Bevor wir mit allen Kindern ans Werk gehen, waschen wir uns alle sehr ordentlich die Hände, denn jetzt ist Handarbeit angesagt – oder „mantschen“ wie die Kinder das nennen.

Rosinen, Orangeat, Zitronat, Mandeln, Milch,  und .. und .. und .. (ich kann Ihnen hier leider nicht mein ganzes Geheimrezept verraten) werden eingearbeitet, bis alles gut verteilt ist. Das macht richtig Spaß! Nun muss der Teig ruhen, denn nach dieser Anstrengung (4 – 5 Paar Hände haben ihn geknetet) muss er sich ausruhen, viele Stunden…. ist doch klar.

In der Zwischenzeit müssen nun die Kinder weiter mit Backen beschäftigt werden, denn jetzt sind sie ja „infiziert“ und lassen sich auch nicht mit anderen Aktivitäten wie Spielplatz ablenken.  Also werden die Ausstechformen hervorgeholt und der Mürbteig wartet bereits im Kühlschrank. Nun wird mit allen vorhanden Formen ausgestochen – und die Fantasie kennt keine Grenzen. Nach dem Aufenthalt im Backofen und einer kurzen Auskühlphase wird nun verziert und dekoriert. Eigentlich doch das Schönste am Backen…Kunst- und Meisterwerke entstehen.

Allmählich hat sich auch unser Stollenteig ausgeruht und es geht ans Formen…  Dass dies nun immer ein und dieselbe Form sein soll, ist Kindern irgendwie schwer verständlich zu machen – also wurde auch eine „Handtasche“ daraus geformt oder auch ein „Brunnen“….(die ich dann ganz heimlich vor dem Ofengang wieder in die eine Form bringe..)

Da Backen ja nicht nur Spaß macht, sondern auch müde sind nun alle Bäcker recht erschöpft und die Kleinen starren mit müden Augen in den Backofen, wo die ersten Stollen braun werden…es duftet bereits wie in der Weihnachtsbäckerei.

Kurz auskühlen lassen, dann noch den Puderzucker drüber…und ab in die Blechschachtel. Ach, er duftet so gut… man möchte ihn am liebsten sofort anschneiden. Aber nein! das geht nicht – frühestens am 2.Advent!

Die Enkel werden nach Hause gebracht, ich bin noch lange nicht fertig….  aber glücklich, denn es war ein fröhlicher Tag mit den Nachwuchsbäckern. Die Tradition des Weihnachtsbacken werden wir weiter pflegen, denn es fördert ja nicht nur die Kreativität und die Disziplin, sondern Kinder lernen auch, dass das Selbstgemachte einfach besser schmeckt  – meistens jedenfalls. Und meine Kindheitserinnerungen werden auch wieder sehr lebendig.

Wissen Sie woher der Begriff „Stolle“ kommt und welche unglaubliche Geschichte er in Sachsen hatte?  Dann in einigen Tagen mehr darüber!

Bleiben Sie neugierig

go

 

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