Wie sich die (Weihnachts)Zeiten ändern

Las ich doch neulich irgendwo eine Geschichte, die so begann:

„Es begab sich aber zu der Zeit,
da ein junges Ehepaar auf der Reise war an einen Ort, um eine Einwohnermeldung abzugeben. Es waren zwei junge Menschen, die sich mit ihrem Haustier  auf die Wanderschaft begaben, weil sie eben gerne in der Natur sind. 
Sie war schwanger und er war um sie besorgt. Plötzlich, am Abend, regte sich etwas in ihrem Körper und sie sagte zu ihm, er hieß Joseph: „Du ich glaube unser Baby möchte das Licht der Welt erblicken“. Sie fanden eine einfache Unterkunft auf einem Bauernhof, hinten im Stall, sauber, aber Bett und Bettchen nur mit Stroh ausgelegt. Na eben ‚Natur‘ – natürlich und einsam auf dem Land. Sie hieß Maria, und sie gebar Ihr Kind. Joseph half ihr dabei und als es strahlend lächelnd das Licht der Welt erblickte waren sie ganz stolz und sehr glücklich.
So sehr, dass sie Beide zur gleichen Zeit freudig und ziemlich laut ausriefen: „Hurra – es ist ein Mädchen“.
Diesen Freudenruf hörte man in Windeseile bis in die umliegenden Felder und Wiesen. Jeder, der diesen Ruf hörte, machte sich auf den Weg zu diesem Stall und gratulierte den Beiden zur Geburt ihres Kindes, brachte sogar Geschenke mit und ihre Laternen sorgten für einen hellen Schein.“

Wenn ich mir vorstelle, das ist die wahre Geschichte, dann stelle ich mir auch vor, wie anders sich unsere Welt entwickelt hätte! Vermutlich müssten wir die Frauenquote überhaupt nicht einführen und hätte die Kampagne #Metoo gar nicht nötig. Aber würde es zum Beispiel überhaupt Männerfußball geben? Viele Fragen gehen mir durch den Kopf.

(c) QIEZ

Als ich dann die nächste große Zeitungsüberschrift

Hurra, die Weihnachtsfrau ist da!

lese, da musste ich doch als Weihnachtmann a. D. wirklich erst mal nachdenken  – und schmunzeln. Haben die Weihnachtsmänner in Berlin Nachwuchsmangel oder hat sich da eine Emanzipation entwickelt, von großer historischer Bedeutung? Haben wir etwa schon eine Quote eingeführt oder hat sich etwa nur mal wieder die amerikanische Brausefirma einen neuen Werbegag, neben ihren roten Trucks, einfallen lassen? Nein – diese Überschrift ist eine Realität!

Wir können nun bei den Studenten anrufen und mit einer Weihnachtsfrau Kontakt aufnehmen. Es gibt wohl kleine Kinderchen, die lieber in ein freundliches Frauengesicht gucken als in ein, mit dickem Bart verstecktes Männergesicht, vielleicht sogar noch mit dunkler Bassstimme.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass der Mann im roten Mantel immer wieder mit Respekt (und vielleicht ein bisschen Angst) begrüßt wird, wenn er sich durch dreimaliges Klopfen an der Wohnungstür bemerkbar gemacht hat. Mit Einfühlung und ein paar netten Worten  ist aber schnell eine freundliche Ebene zwischen dem großen Mann und dem erwartungsvollen Kind geschaffen.  Ist das Kind enttäuscht, wenn dieses Jahr eine Weihnachtsfrau kommt?  Ich kann mir gut vorstellen, dass  die „Frau vom Weihnachtsmann“ liebevoll auf die Kleinen zugeht. Wenn sie dann noch erzählt, dass sie dem Weihnachtsmann schon immer geholfen hat, die Geschenke zu sortieren, einzupacken und zu beschriften und weil es immer mehr Kinder auf der Erde gibt, hilft sie ihm nun auch beim Verteilen der Geschenke. Sie ist ja schließlich seine Frau und hat deshalb übrigens auch die gleiche Kleidung an.  Spätestens dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem die Kinder ein großes und liebevolles Vertrauen zur Weihnachtsfrau haben werden. Da bin ich sicher.

Auf jeden Fall zeigt sich mal wieder, wie unsere Welt sich verändert. Einfache Frage : „Besser oder schlechter?“ Mal sehen.
Ich bin jedenfalls gespannt, ob wir zu Ostern eckige, schwarze Eier mit weißen Punkten kaufen können.

Bis dahin jedoch frohe, fröhliche Weihnachten und ein gut gelauntes, gesundes Neues Jahr,

das wünscht Ihnen Ihr

brd

 

 

 

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