Berlin ab 50…

… und jünger

SHARING HERITAGE – gemeinsames Erbe

Europäisches Denkmaljahr 2018 und die feine französische Küche

Kannten Sie das „Le Piaf“ in der  Charlottenburger Schloßstraße, das Ende  2016 leider schloss? Ich hab das neue Domizil der feinen französischen Küche  vor einigen Tagen im Wedding zufällig  wiedergefunden und das kam so:

Bereits im letzten Jahr  hatte die EU-Kommission auf Vorschlag Deutschlands für 2018  ein europäisches Kulturerbejahr unter dem Motto „SHARING HERITAGE“, – gemeinsames Erbe -,  initiiert https://sharingheritage.de/. Das letzte europäische Kulturerbejahr mit dem Thema „Denkmalschutz“ fand  vor nunmehr  43 Jahren statt!

Mit vielfältigen Aktionen und Ausstellungen soll das gemeinsame (und doch nationale) kulturelle Erbe in Europas Städten und Regionen die öffentliche Wahrnehmung besser erreichen und zeigen, wie sich in  einem wandelnden Europa Heimat, Identität und Werteempfinden bewahren lassen. Höhepunkt in Deutschland wird der „Tag des offenen Denkmals“ am 08/09. September 2018 sein, der unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“ stattfindet. Aber darüber hinaus sind in Berlin vielfältige Veranstaltungen und Ausstellungen geplant, die jedem denkmalinteressierten Berliner Heimatfreund das Herz höher schlagen lassen.  Öffentliche und private Träger von  Museen, Gedenkstätten, Archiven und Bibliotheken sind als Orte des Sammelns und Erinnerns genauso wie Vereine und   Fachgesellschaften aufgerufen, sich zu beteiligen.

Am 14. Februar fand im Centre Français de Berlin in der Müllerstrasse in Wedding die öffentliche Auftaktveranstaltung für Berlin statt. Kultursenator Dr. Klaus Lederer,  der Landeskonservator, Mitarbeiter des Landesdenkmalamts sowie der Berliner Landesarchäologe stellten Projekte vor, über die in einem gesonderten Beitrag zu berichten sein wird. Amtliche Denkmalschützer und Ehrenamtliche Mitarbeiter berichteten über lokale Vorhaben für dieses Jahr und es war für mich  berührend zu hören, mit wieviel Engagement z.B. in Kirchengemeinden besonders Kinder und Jugendliche an die Bewahrung unseres Kulturerbes herangeführt werden sollen. Die  Initiatoren  des „KulturerbeNetz“ stellten ein zu schaffendes,  webbasiertes Netzwerk bürgerschaftlicher Initiativen in Berlin vor, das einen schnellen Überblick über kommende Veranstaltungen, Denkmalprojekte und alle Denkmal-Engagements in unserer Stadt bietet und im Oktober 2018 ans Netz gehen soll. Ein interessantes Projekt für die Zukunft.

Fazit der  Veranstaltung: Denkmale können  Brücken zwischen Baustilen, Regionen, Kulturen und Menschen schlagen.

Zum Abschluss gab es durch den Hausherrn Herr Fangmann eine Führung durch das 1961 erbaute  Centre Français, das neben dem Haus am Kurfürstendamm (Maison de France) und einer seit 1984 bestehenden Filiale in Ostberlin Unter den Linden/Ecke Friedrichstrasse das Größe der drei Zentren war. In diesem Kulturzentrum, das von den französischen Streitkräften betriebene wurde, durften auch West-Berliner in Begleitung französischer Soldaten Filme sehen und Kulturveranstaltungen besuchen, ganz im Gegensatz zu den Kulturzentren der Briten und Amerikaner, wo das nicht möglich war. Im Ostberliner Centre Français de Berlin  habe ich 1987 den Film „ Der Name der Rose“ gesehen, lange bevor er in ostdeutsche Kinos kam. Ein besonderes Erlebnis. Das Centre in Wedding wurde 1993 der Bundesrepublik übergeben und ist heute ein gemeinsames Unternehmen eines französischen und eines deutschen Trägervereins, das  im Sinne der deutsch-französischen Freundschaft und des europäischen Gedankens der Völkerverständigung  Jugend-Austauschprojekte und Veranstaltungen organisiert.

Und neben einem Kino (das City Kino Wedding) habe ich das französische Restaurant „Gourmanderie“ gefunden, das seit 2017 vom  Wirt des früheren „Le Piaf“ in  Charlottenburg betrieben wird.  Das freut mich, schließlich ist die feine französische Küche auch ein Kulturerbe. Es gibt Kochkurse und eine kulinarische Entdeckungsreise durch Frankreich. Reservierung wird empfohlen.

Die nächste Veranstaltung zum Thema „Gemeinsames Erbe“ ist dann der 32. Berliner Denkmaltag am Freitag, 16. März 2018. Landesdenkmalamt Berlin und Bezirksamt Treptow-Köpenick laden hier ein. Die Veranstaltung findet ganztägig im Rathaus Treptow (Neue Krugallee 2-6) statt. Neben dem Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park stehen aus Anlass des 450. Jahrestages von Treptow weitere Bau-, Boden- und Gartendenkmale im Mittelpunkt. Die Veranstaltung beginnt um 11 Uhr außer Vorträgen werden auch Exkursionen in Treptow angeboten. Der  Eintritt ist  frei und es ist  keine Anmeldung erforderlich. Die Platzzahl ist jedoch begrenzt.

Demnächst mehr

verspricht mw

2 Kommentare

  1. PB

    Es passt zwar nicht ganz zum Beitrag, doch in den Kontext des gemeinsamen Erbes: Morgen, am 3. März, findet der Tag der Archive statt. Näheres erfährt man unter http://www.berlinerarchive.de
    Aus eigener Erfahrung empfehle ich einen Besuch im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Dahlem. Bei einer Führung erfährt man Interessantes über die Restaurierung und Digitalisierung historischer Dokumente und man bekommt einen Einblick in die Restaurierungswerkstatt und die Archivräume, die sonst der Öffentlichkeit verborgen bleiben. Unglaublich, was dort in den Regalen noch auf Entdeckung und Aufschluss wartet.
    PB

  2. Domenico

    Es ist immer wieder überraschend, welch interessante Informationen sich auf dem Blog finden lassen. Manchmal ist es ja so, dass z.B. der Tagesspiegel vorher oder gleichzeitig dieselben Hinweise bringt, aber oftmals finde ich sie nur hier (oder ich habe sie anderswo überlesen, weil die Masse der Informationen einiges verschluckt.
    Hoffentlich gibt es noch viele solcher Fundstücke zur rechten Zeit.
    Domenico

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