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… und jünger

April, April ….

Ostersonntag, der 1. April

Die Festlegung des Osterdatums wurde wie immer durch das Astronomische Recheninstitut in Heidelberg  – so wie bereits seit 300 Jahren für die Kalenderhersteller – berechnet. Nun fällt dieses Jahr der Ostersonntag auf den 1.April – ein Aprilscherz? Wir hoffen jedenfalls, dass der Osterhase auch dieses Jahr fleißig seine bunten Eier im Garten verteilen wird.

Der Osterhase wird zum ersten Mal von dem Medizinprofessor G.F. von Franckenau im Jahr 1682 in der Abhandlung „De ovis paschalibus – von Oster-Eyern“ erwähnt. Er schildert den Brauch, dass der Osterhase die Eier in Gärten, im Gras und unter Sträuchern versteckt, wo sie von den Kindern gesucht werden – sehr zur Freude der Erwachsenen. Dass der Osterhase die Eier verstecke, nennt er „eine Fabel, die man Simpeln und Kindern aufbindet“.  Also ist der  Osterhase mit seinen bunten Eiern eigentlich ein Aprilscherz?

April, April – das ist der Triumphruf derjenigen, die jemanden erfolgreich in den April geschickt haben . Die (Schaden)freude ist groß, der Schaden meist gering, auch wenn es durchaus schon zu höchst ärgerlichen Aprilscherzen kam. Schon seit dem 17. Jahrhundert sind sie in Deutschland überliefert: die Aprilscherze. Auch heute pflegt man in Deutschland den Brauch, am 1.April jemanden mit einem harmlosen Scherz in den April zu schicken. Meist sollen dabei irgendwelche unmöglichen Dinge besorgt werden wie Mückenfett, Hahneneier, Gänsemilch oder getrockneter Schnee. Im ganzen deutschen Sprachgebiet kennt man den volksmündlichen Reim: „Am ersten April schickt man die Narren hin, wo man will.“

Die Redensart „in den April schicken“ findet sich zuerst 1618 in Bayern. Warum dieser Brauch am 1. April stattfindet, ist nicht sicher geklärt. Es könnte  – da vermutlich von Frankreich nach Deutschland importiert – damit zusammenhängen, dass Karl IX. im Jahr 1564 den Neujahrstag vom 1. April auf den 1. Januar verlegte. Wer das vergaß, traf seine Vorbereitungen umsonst.

Man hat allerdings das Aprilschicken auch anders zu deuten und herzuleiten versucht, so unter anderem vom Augsburger Reichstag am 1. April 1530. Dort sollte unter anderem das Münzwesen geregelt werden. Aus Zeitgründen kam es jedoch nicht dazu, so dass für den 1. April ein besonderer Münztag ausgeschrieben wurde. Als dann der 1. April kam, fand dieser Münztag jedoch nicht statt. Zahlreiche Spekulanten, die auf diesen Münztag gesetzt hatten, verloren ihr Geld und wurden auch noch ausgelacht.

Wir hoffen also, dass der April am Osterwochenende sonnig und gar nicht launisch startet und wir nicht sagen müssen „April, April, der weiß nicht, was er will“ und der Osterhase uns nicht in den April schickt.

Mehr Informationen zu Ostern finden Sie in unsere Beiträge zu Ostern 2015 über die „Gaußsche Osterformel“  https://berlinab50.com/2015/04/04/vom-eis-befreit/  oder 2014  zu „Ostern, das Schuckelfest“ https://berlinab50.com/2014/04/16/ostern-das-schuckelfest/.

Fröhliche Ostertage wünscht

Ihnen das

Berlinab50.com – Team

Ein Kommentar

  1. Paula

    Manche stellen sogar eine biblische Verbindung her (Jesus sei nach seiner „Verhaftung“ – würde man heute sagen – von „Pontius zu Pilatus“ geschickt worden, also von Richter zu Richter. Wie das zum Scherz vom 1. April passen soll, bleibt mir allerdings schleierhaft. Möglicherweise ist der Grund für die Scherze die Freude über den überwundenen Winter. Dann allerdings dürfte der 1. April heute in Berlin nicht stattfinden!
    Und überhaupt: Früher waren die Scherze noch wirklich arglos. Mittlerweise haben sie oft ein ärgerliches und unspaßiges Potenzial. Finde ich.
    Paula

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