Berlin ab 50…

… und jünger

Wolken und andere Erscheinungen …

„Wolken und andere Erscheinungen“ heißt ein im Wettermuseum Lindenberg (südöstlich von Berlin, zwischen Storkow und Beeskow) gezeigtes Buch des englischen Naturforschers Thomas Ignatius Maria Forster (1798-1860), der neben dem deutschen Physiker Ludwig Friedrich Kämtz (1801-1867) an der Entwicklung der heute noch gültigen Wolkenklassifikationen in Schichtwolken, Haufenwolken und Schleierwolken beteiligt war. 

Ja, sie haben richtig gelesen- es gibt ein Wettermuseum! Es ist das einzige Wettermuseum Deutschlands und befindet sich in dem seit 113 Jahren arbeitenden Meteorologischen Observatorium Lindenberg. Das Observatorium wurde in Berlin-Tegel  1900 gegründet und in Anwesenheit des Kaisers eröffnet, aber dann 1905 aus Sicherheitsgründen – Gefährdung des Verkehrs und der Hochspannungsleitungen durch die Wetter-Ballons und Drachen sowie der Zeppelin-Luftschiffer –  durch seinen Gründer und ersten Direktor Richard Aßmann nach Lindenberg verlegt. Aßmann war übrigens gemeinsam mit  dem Franzosen Léon-Philippe Teisserence de Bort Entdecker der Stratosphäre, der zweiten Schicht der Erdatmosphäre.

Ausschlaggebend für die Wahl des Standorts Lindenberg war die Abwesenheit zivilisatorischer Einrichtungen, die den Messbetrieb stören könnten und so ist es bis heute. Heute gehört das “ Meteorologische Observatorium Lindenberg “ zum Deutschen Wetterdienst und ist neben dem Meteorologischen Observatorium Hohenpeißberg bei München  in die internationale Atmosphärenforschung integriert. Neben dem Monitoring von Klima- und Umweltprozessen werden hier Forschungsarbeiten zur experimentellen Erfassung und Interpretation der physikalischen Struktur der Atmosphäre vom Boden bis in die Stratosphäre durchgeführt. Der Deutsche Wetterdienst ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur mit Sitz in Offenbach am Main. Seine hoheitlichen Aufgaben sind über ein Gesetz („Gesetz über den Deutschen Wetterdienst“) definiert. Soweit die nüchternen Zahlen zu einem Ort, der vielen Berlinern und auch mir –  bisher nicht bekannt war.

Was erwartet Sie in dem kleinen, mit viel Engagement betriebenen Museum, das sich in der 1936 errichteten und 2007 denkmalgerecht restaurierten Ballonhalle befindet? Geräte zu den historischen Aufstiegstechniken in der freien Atmosphäre wie Drachen und Radiosonden, Methoden und Geräte zur Temperaturmessung , röhrenbestückte Radiosonden, militärische Höhenwindradare und Geräte zur Feuchtemessung und viele Zeitzeugnisse im Bild.

Im Winter ist das Museum für Meteorologie und Aerologie nur in der Woche geöffnet, aber jetzt ab April wieder von Sonntag bis Donnerstag von 10:00 -16:00 Uhr.

Besucher haben die Möglichkeit, nach vorheriger Anmeldung im Rahmen einer Führung, einem Ballonaufstieg beizuwohnen. Sechs Mal täglich steigt ein Ballon mit Sonde für aktuelle Messungen in die Atmosphäre auf. https://www.wettermuseum.de/

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Wettermuseum Lindenberg bequem zu erreichen. Mit der Regionalbahn RE 2  vom Berliner – Hauptbahnhof, Friedrichstrasse, Alexanderplatz oder Ostbahnhof bis Königs Wusterhausen, dann  umsteigen in den Triebwagen der ODEG Richtung Frankfurt/ a. Oder und  bis Lindenberg fahren. Ein ungewöhnlicher Ort, der einen Ausflug wert sein sollte

meint mw

PS: Beschwerden wegen schlechten Wetters werden übrigens vom Wettermuseum nicht bearbeitet.

 

Fotos (c) Wettermuseum

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