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Industriedenkmale entdecken

Brandenburger Industriedenkmale entdecken

21 Museen und  Besucherzentren im Land Brandenburg und  zwei in Sachsen (Knappenrode und Margarethenhütte) haben im Juli 2017  das „Touristische Netzwerk Industriekultur“ gegründet, um die Originalschauplätze zur  Lausitzer Industriegeschichte für Besucher bekannter und leichter zugänglich zu machen.  Auf der ITB im März wurde nun das daraus entstandene Portal „Energie-Route-Lausitzer Industriekultur“ vorgestellt, das zu 11 Stationen der ENERGIE-Route und in die Geschichte des Braunkohle-Abbaus und der Energiegewinnung führt (https://www.reiseland-brandenburg.de/aktivitaeten-erlebnisse/kultur/industriekultur/energie-route-lausitzer-industriekultur/).

Die Stationen verbinden dabei Angebote wie Radfahren, Städtetourismus oder Wassersport mit den Industrie-Sehenswürdigkeiten und sollen vor allem uns Berliner ansprechen.  Die Stationen sind alle über die regionalen Radwege  wie z.B. Fürst-Pückler-Weg oder Seenland-Weg erreichbar. Bergbau und Energiegewinnung bestimmen seit über 150 Jahre das berufliche und gesellschaftliche Leben der Lausitz. Die zwei Milliarden Tonnen Braunkohle, die im Tagebau aus bis zu 60 Metern Tiefe gefördert wurden, haben eine geschundene Landschaft aus aufgelassenen Tagebauen und Abraumhalden hinterlassen. Seit 40 Jahren wird versucht, die Landschaft schrittweise zu  renaturieren. Aus stillgelegten Tagebaugruben, die geflutet wurden und noch werden, entsteht die größte von Menschenhand geschaffene Wasserlandschaft Europas: das Lausitzer-Seenland. Die Stationen der Energie –Route zeigen diesen Wandel vor Ort und  verbinden die Orte der Industriegeschichte, die räumlich beieinander liegen.

 

Besucherbergwerk F60 (c) Tourismusverband Lausitzer Seenland / Nada Quenzel

In der Internetpräsentation sind die Orte in drei Kategorien nach Denkmalpriorität und gebotenem Komfort  gegliedert: Kategorie „Highlights“ – Touristische Attraktionen mit allem Komfort; Kategorie „Empfehlungen“ – Erlebnisreiche Orte und Kategorie „Geheimtipps“ – Besondere Kleinodien. Neu ist, dass sich die  Tourenvorschläge rund um die  Stationen der ENERGIE-Route als PDF herunter laden lassen und damit jeder selbst auf Entdeckung gehen kann.

Zu den „ Highlights“ gehören das Besucherbergwerk F60  mit der 500m langen und  80 Meter hohen Abraumförderbrücke und das sächsische Industriemuseum Energiefabrik Knappenrode, wo über die Arbeitsbedingungen der Berg- und Energiearbeiter berichtet wird und sich Sachsens größte Ofen- und Feuerstättenausstellung befindet.

Brikettfabrik Louise     (c) Tourismusverband Lausitzer Seenland / Nada Quenzel

Zu den „Empfehlungen“  gehört die zwischen Bad Liebenwerda und Doberlug-Kirchhain gelegene Brikettfabrik Louise. Sie  ist die älteste Brikettfabrik Europas, die noch bis 1991 betrieben wurde. Ein ganz besonderes Erlebnis ist hier die Vorführung der historischen Brikettpresse im Echtdampfbetrieb am „Tag des Bergmanns“  am 1. Juli und  an drei weiteren Terminen in diesem Jahr.

Das Erlebnis –Kraftwerk Plessa ist das älteste Kraftwerk der Welt, das in seiner ursprünglichen Bausubstanz (1927) vollständig erhalten ist und bis  1992 genutzt wurde.

Zu den „Geheimtipps“ zählen die „Biotürme“ in Lauchhammer. Die Türme sind der Rest einer einst riesigen Kokereianlage – der ersten ihrer Art weltweit. Hier wurde Braunkohle zu Hochtemperaturkoks verarbeitet, mit dem Eisen geschmolzen werden kann. Mitte der 50ziger Jahre wurden die Türme  zur biologischen Reinigung der bei der Kokserzeugung entstehenden Prozessabwässer, die Phenole enthielten, errichtet. Die Groß-Kokerei wurde 1991 stillgelegt und 1994 abgerissen. 2002 gingen die Biotürme außer Betrieb.

Ja, wenn man das so liest, drängt sich schon der Eindruck auf, dass die DDR eigentlich ein riesiges Industriemuseum war. Der Westberliner/Westdeutsche  musste ja dafür auch Eintritt zahlen (Zwangsumtausch 25  DM in 25 DDR Mark). Der Zutritt zu den in Nutzung befindlichen industriellen Museen war damals natürlich nicht gestattet – jetzt ist alles begehbar.

Ein weiterer Geheimtipp ist die Gartenstadt „ Marga“, Deutschlands erster Gartenstadt. Sie wurde  zwischen 1907 und 1915  als Werksiedlung für Bergleute der Ilse Bergbau AG durch Georg Heinsius von Mayenburg errichtet und ist heute noch heute ein begehrter Wohnort.  Beim Stöbern auf der Webseite bekam ich Lust, sofort loszufahren.

Die Informationen zur Anfahrt, zu den Öffnungszeiten, zu Führungen und zur jeweiligen Geschichte des Ortes sind präzise, sehr gut lesbar  und haben mich immer wieder begeistert.

Sobald die Sonne scheint, werde ich mich auf den Weg machen- kommen sie mit!

Meint mw

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