BUCHTIPP: Queen Victoria – Eine neue Biografie

Ich habe sie verschlungen, die neue Biografie über Queen Victoria. Nicht nur, weil ich ihr im Frühjahr auf meiner Reise durch Schottland und England immer wieder begegnet bin und einige Male zufällig auf Drehorte zur Historienserie „Victoria“ aufmerksam gemacht wurde.

 Queen Victoria – Die unbeugsame Königin ist eine gut zu lesende, psychologisch feinfühlige,  auf unsere heutigen Sichtweisen eingehende neue Biografie von Karina Urbach. Sie liest sich angenehm und gibt doch informative Einblicke in politische, soziale und gesellschaftliche  Mechanismen des 19.Jahrhundert.

Balmoral Castle, das von Victoria & Albert ausgebaute Schloss in Schottland

Die Autorin berät auch Filmemacher historischer Serien und das merkt man dem Buch durchaus an.  Sollten Sie die Fernsehserie „Victoria“ gesehen haben oder auch den Kinofilm „The young Victoria“,  dann haben Sie vermutlich beim Lesen dieses Buches den Eindruck, alles irgendwie schon einmal gesehen zu haben. Die Dramaturgie dieser Biografie ist eine filmische und der Stil ein lockerer, ohne dass das das Buch flach wird. Im Gegenteil, es werden viele interessante Informationen vermittelt, die weit über die hinlängliche bekannte Liebesgeschichte mit ihrem Cousin Albert aus dem damals noch unbedeutenden Haus Sachsen-Coburg und Gotha hinaus gehen. Victoria war eine selbstbewusste, für ihre Premiere Minister, ihre Umgebung und Familie vermutlich anstrengende Frau, der niemand, als sie mit 18 Jahren auf den Thron kam, zutraute, dass sie das British Empire über 64 Jahre regieren würde. Spannend liest sich ihr Leben auch heute noch.

Die von Albert begonnene Heiratspolitik, seine Kinder in die einflussreichsten Adelsfamilien  zu verheiraten – im Sinne des Machterhalts, versteht sich – führte Victoria nach dem frühen Tod ihres Mannes weiter. So kommt es, dass das Haus Sachsen-Coburg und Gotha in allen Stammbäumen der europäischen Königsfamilien vertreten ist. Ähnlich wie Kaiserin Maria Theresia  kontrollierte die Queen gerne das Leben ihrer Kinder bis in die kleinsten Einzelheiten, damit auch nicht eine unüberlegte Reaktion oder ein unkluger Schachzug ihr Empire stürzen könnte. Wirklich Rücksicht auf  emotionale Befindlichkeit der Kinder wurde nicht genommen. Der Machterhalt des Empires und der Monarchie gingen über alle persönlichen Einwände .

Trotzdem war die Ehe ihrer Tochter Victoria, genannt Vicky,  mit dem Hohenzollern-Kronprinzen Friedrich III.  eine glückliche.  Eine Verbindung, in die nicht nur Albert, der sie einfädelte, große Hoffnungen setze. Da der Kronprinz erst 1888 auf den Thron kam und nur 99 Tage Kaiser war, konnte sie sich nicht erfüllen.  Auch blieb Vicky’s Verhalten als deutsche Kronprinzessin und Kaiserin immer  english und ihr Sohn, Kaiser Wilhelm II, begann England zu hassen. Wir wissen, wohin es führte…

Royals faszinieren, die Englischen Royals besonders –  denken Sie an die  Netflixserie  „The Crown“, in der die Urenkelin Elizabeth II im Mittelpunkt steht. Schließlich sind doch seit 1760 die Könige auf dem englischen Thron aus dem Haus Hannover und mit Albert aus dem Hause Sachsen-Coburger und Gotha, auch wenn der Name Windsor nicht mehr daran erinnern soll.

Queen Victoria in Edingburgh

 

 

 

 

 

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