Alexander Camaro, Potsdamer Straße 98 a

Vielleicht  führt Sie Ihr Weg noch bis 22. Dezember in die Potsdamer Straße und Sie haben ein paar Minuten Zeit. Dann gehen Sie doch in den 3.Stock der Nr. 98 a,  ins Camaro Haus, gleich neben dem Wintergarten.

Warum empfehle ich Ihnen diese Adresse?  Weil mich dort eine kleine, aber feine Ausstellung sehr beeindruckt hat: Dort finden Sie den 19 -teiligen Bilderzyklus „Das Hölzerne Theater“ von Alexander Camaro, der als die malerische Hauptleistung  des interdisziplinär arbeitenden Künstlers gilt. Diese 1948 entstandenen Bilder (Tempera auf Karton) bezaubern und bestechen durch liebevoll beobachtete Momente zwischen Theater-Foyer und Kulissen, man riecht förmlich den Theater-Duft zwischen  Parfum, Puder und Farbe.

1937/38 war Camaro  stellvertretender Ballettmeister am Stadttheater in Gotha und wohnte damals auf Schloss Friedenstein, wo ihn die kleine Barockbühne, das Ekhof-Theater (1681)  beeindruckte und inspiriert. Dieses kleine Theater verfügt heute noch über eine hölzerne Bühnentechnik  und eine original erhaltene Maschinerie, die von Hand betrieben wird genauso wie der Kulissenwagen, der sich unter der Bühne befindet und durch den ein komplettes Bühnenbild innerhalb von Sekunden ausgetauscht werden kann.  Der Theatermann Camaro war so nachhaltig fasziniert, dass er zehn Jahre später seine Eindrücke  in den ausgestellten Bildern festhielt. So setzte er dem kleinen hölzernen Theater ein persönliches wie liebevolles Denkmal.

Camaro gehört zur Berliner Nachkriegsmoderne und sein  Einfluss auf die Berliner Kunstszene beruht auf seiner Vielseitigkeit als Maler, Tänzer, Kabarettist und Literat.

Alexander und Renata Camaro Stiftung, Potsdamer Str. 98 a: Das Hölzerne Theater. Besuchszeiten sind Di, Do  bis Sa., 13  bis 17 Uhr, Mittwoch 13 bis 20 Uhr,  Sonntag und Montag ist geschlossen, der Eintritt ist frei.

Alexander Camaro, der seine Kindheit und Jugend in Breslau verbrachte, war Schüler von Otto Mueller.  Die Ausstellung im Hamburger Bahnhof zu dem „Maler, Mentor,Magier. Otto Mueller und sein Netzwerk in Breslau“  läuft noch bis 03.03.2019.

Eine vertiefende Sonderausstellung  „Alexander Camaro und Breslau“  ist noch bis zum 10.03.2019 in Görlitz zu besuchen. Auf Initiative der Camaro Stiftung  steht in dieser Ausstellung Camaros besondere Beziehung zu Breslau .

 

 

 

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