Der Park Güell

Ein Bericht von Hans Jacobs zum Modernisme in Katalonien – vierter Teil: 

Im vierten Teil unserer Serie über den spanischen Jugendstil (Modernisme) erzähle ich Ihnen etwas über den Park Güell in Barcelona.

Im Zuge der Neuplanung Barcelonas  wollte der Millionär Eusebi Güell im Wortsinne einen Höhepunkt schaffen, in dem er am Rande des neuen Stadtviertels “Eixample” auf einer Anhöhe ein Wohngebiet für 60 Villen anlegen ließ und damit Antoni Gaudí  (Link zu dem ersten Artikel) beauftragte. Dieser schuf ab 1900 eine modernistische Anlage in seinem eigenen Stil, die mangels Erfolg (es wurden nur drei Häuser gebaut: Je eines für Güell, Gaudi und einen Freund) und aufgrund des 1. Weltkrieges aufgegeben und 1922 von Güells Erben an die Stadt Barcelona verkauft wurde, die daraus den öffentlichen Park Güell machte.

Auf den ersten Blick mag der Park wie eine überbunte Variante von Disneyland wirken. Tatsächlich ist er ein wohlorganisierter und stilsicherer Komplex, der mit der geplanten Anzahl an Wohnhäusern noch einen ganz anderen und besonderen Charakter bekommen hätte. Hier wurde der Modernisme nach der Kunst, den Möbeln, der Innenarchitektur und der Architektur in die Stadtentwicklung übertragen. Der Millionär Güell konnte es sich leisten, solche Projekte zu initiieren (wie Elon Musk in unserer heutigen Zeit).

Der Park ist geprägt von den konsequent an der Natur orientierten Strukturen, die später Hundertwasser und seine Nachfolger weiterentwickelten. Das war neu, das war revolutionär, das brach mit dem Alten. Und meines Erachtens nach erklärt genau das auch den ökonomischen Misserfolg des ursprünglichen Projektes: Welcher wohlhabende Industrielle um 1900 mochte seiner Ehefrau und seinen reichen Gästen dieses Wohnumfeld erklären?

Heute ist an den Park eine Schule angegliedert. Es ist eine schöne Vorstellung, Kinder in dieser Umgebung aufwachsen zu sehen. Sie spielen einfach zwischen all der bedeutsamen Kunst, nehmen sie ganz natürlich auf und erleben die Avangard als Normalität. So soll es sein!

Teile des Parkes können Sie kostenlos besichtigen. Es lohnt sich aber, den Eintritt für die anderen Teil zu investieren. Eine Online-Vorbestellung ist sinnvoll.

Der Eingangsbereich des Parks

Farbenfroh, naturorientiert, verspielt, groß und repräsentativ. So stellt sich der Park Güel seinen Besuchern vor

Wandelhallen, die sich an Vorbildern aus der Natur orientieren

Eines der drei fertiggestellten repräsentativen Wohnhäuser. Von hier oben hat man einen einmaligen Blick über ganz Barcelona

Die Detailaufnahme zeigt die verwendete Fliesentechnik

 

 

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