Testament

Gerade habe ich wieder gelesen „Aufsetzen statt Aufschieben“  – es geht um das Testament. Immer wieder geht ein Raunen durch die Presse, dass Testamente nicht richtig aufgesetzt  oder überhaupt nicht gemacht werden, weil man sie aufschiebt , weil man nicht gerne an sein Ende denkt oder auch mal man einfach nicht weiß, wo anfangen. Von vielen werden die Richtlinien als  zu kompliziert empfunden.

Mehr als die Hälfte der potentiellen Erblasser haben daher kein Testament. Und das, obwohl in Deutschland rund 5,9 Billionen Euro (Stand Ende 2017) Geldvermögen der privaten Haushalte vererbt werden.  Dies führt wiederum zu  Unsicherheit über Erbschaften  und damit zu Streit zwischen den Erben. Alles, was sich vermutlich die Erblasser nicht wünschen.

Um das zu vermeiden,  sollten man handschriftlich (!) – von Anfang bis Ende, vom Datum und Ort bis zur Unterschrift –  sein Testament  aufschreiben – und nicht hinausschieben. Wenn es sich um eine größere Summe handelt, ist juristischer Rat sicher angebracht, um zum Beispiel Formfehler zu vermeiden. Das Dokument sollte dann beim Nachlassgericht, also Amtsgericht des Wohnortes, hinterlegt werden. Sie können es ja jederzeit ändern.

Am häufigsten –  weil vermutlich am einfachsten – wird das „Berliner Testament“ gewählt. Danach setzen sich Ehegatten gegenseitig als Alleinerbe ein, Kinder werden ausgeschlossen. Spätestens wenn einer der Ehegatte gestorben ist und man alleine über das Erbe bestimmen kann und muss, wird es Zeit für eine präzise Anweisung, wie die Dinge nach dem Tod geregelt werden sollen.

Glücklich wer nichts zu vererben hat? Na ja. Es gibt auch andere Dinge als Geld oder Immobilien, um die sich Erben streiten können.  Regeln Sie alles  was Ihnen wichtig ist und was Sie nach Ihrem Tod nicht mehr beeinflussen können.  Zum Beispiel sollte man Lieben wissen lassen, wo und wie man gerne beerdigt werden möchte. Man erspart Trauernden viele, schwierige Entscheidungen.

Also denken Sie dran, besser früher als später, detailliert, klar und eindeutig  Ihren letzten Willen aufzuschreiben. Sie verhindern Chaos und Streit  und bleiben Ihren Lieben so in guter Erinnerung.

Grabpyramide von Fürst Hermann von Pückler-Muskau  im Schlosspark Branitz

 

 

Ein Gedanke zu “Testament

  1. Eigentlich geht ja kein „Raunen“ durch die Presse, sondern ganz reale klare Warnungen und Hinweise.
    Was mindestens ebenso wichtig ist, ist die Patientenverfügung und auch deren Fehlen bzw. ihre Mängel werden immer wieder deutlich angesprochen. Passieren tut wohl nicht allzu viel und wenn, dann sind die Formulierungen so weit gefasst, dass sie im Falle der Entscheidung zu auslegungsfähig sind. Darum sollten sich die Blogleserinnen und -Leser vielleicht sogar vordringlich kümmern. Denn für das Vererben gibt es zur Not immer noch die gesetzlichen Regelungen.
    I.B.

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