Ein kurzer Blick ins neue Bauhaus-Museum in Weimar

Am 6. April  2019 wurde das neue Bauhaus-Museum in Weimar anläßlich des 100jährigen Jubliläum der Werkstätten eröffnet. Nacharbeiten gehen noch bis weit in den Mai hinein.

Als das Bauhaus 1925 Weimar verließ und nach Dessau ging, forderte  Wilhelm Köhler, der Leiter der Kunstsammlungen zu Weimar,  Walter Gropius zu einer gemeinsamen kritischen Sichtung des Bestandes auf.  Für kommende Generationen wünschte er sich ein Archiv, in dem neben Glanzleistungen auch die „Irrwege“ der Bauhaus-Werkstätten dokumentiert werden. Gropius wählte 170 Produkte aus und  entschied sich für viel Keramik, Möbel, Metallgegenstände und Textilien – freie künstlerische Arbeiten waren nicht dabei.  Diese Objekte wurden an Köhler verkauft, sorgsam in Kisten gepackt, eingelagert – und vergessen. So überstand die Kollektion,  verborgen in einem Seitenflügel des Stadtschlosses, unbedeschadet die Zeit. 1955 öffnete man erstmals die Kisten und inventarisierte den Inhalt. Die vollständig erhalten gebliebene Sammlung ist heute das Herzstück des neuen Museums.

„Ich komme mit Ungstüm nach Weimar mit dem festen Vorsatz, aus meiner Sache ein Ganzes zu machen. Verlangen wir einfach das (scheinbar) Unmögliche, so bin ich überzeugt, dass es gelingt…“ sagte der erste Direktor des Bauhauses Walter Gropius. Er wurde zum Motor der Avantgarde. Das Bauhaus war ein Experimentierfeld auf den Gebieten der freien und angewandten Kunst, des Designs, der Architektur und Pädagogik. Walter Gropius lehnte alles Traditionelle ab, sein Ansatz war anti-akademisch, es ging um Alltagstauglichkeit! Bauen war für ihn die Gestaltung von Lebensvorgängen, seine Kunstschule bot alles aus einer Hand –  vom Hochhaus bis zum Teeei und bis zur Wiege. 1933 wurden die Bauhaus-Werkstätten  aufgrund des politischen Drucks aufgelöst.

Ehemalige Lehrer und Schüler wie auch die drei Bauhaus-Direktoren  – Walter Gropius, Hannes  Meyer,  Ludwig Mies van der Rohe – wirkten nach dem Ende des Bauhauses in Deutschland und Übersee. Sie bewahrten das Erbe, knüpften neue Netzwerke und sicherten so das Weiterbestehen der Idee.

Es war dieses lustvolle Experimentieren, dass der Idee des Bauhauses in gerade mal 12 Jahren zu dieser enormen Wirkungskraft verhalf. Dies macht das neue Museum in Weimar deutlich.

Wenn Sie einmal in Weimar sind oder auf der Fahrt an Weimar vorbeikommen, machen Sie einen kurzen Museums-Stopp. Ein Besuch  lohnt sich  –  auch wenn Sie möglicherweise nicht viel Neues entdecken, so ergibt sich eben doch manch neuer Blick auf Altbekanntes.

Alles Wissenswerte erfahren Sie unter https://www.klassik-stiftung.de/bauhaus-museum-weimar/ . Besonders empfehlenswert ist die App des Museums, die man sich vor Ort herunterladen kann.

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