Imperial, royal und kaiserlich

Vor 250 Jahren wurde am 15.August Napoleon Bonaparte geboren. Die fast 800 Seite starke Biografie NAPOLEON – Ein Leben  von Adam Zamoyski hatte ich nicht geschafft , fertig zu lesen – bis zu unserer Reise nach Korsika.  Sie ist sehr detailliert und keine noch so unbedeutende Schlacht,  die genauen militärischen Vorbereitungen und die umfangreiche Personage incl. aller Dienstgrade werden ausgelassen. Ich musste mich also erst einlesen. Aber angekommen in Ajaccio, der Hauptstadt der Insel, war mir plötzlich Napoleon angenehm vertraut – immerhin war ich da schon auf Seite 470.

Auf dieser Insel entkommt man der Familie Bonaparte nicht!  Neben dem Geburtshaus Napoleons, seiner Taufkirche (Kathedrale) und dem Palais Fesch, das sein Stiefonkel bewohnte,  neben Denkmälern und Brunnen, ist jedes zweite Restaurant, Geschäft und Hotel  mit dem Adjektiv kaiserlich, imperial oder  royal  versehen oder mit den Namen Bonaparte, Napoleon, einer Schlacht oder eines Sieges  „veredelt“ :  Vom Flughafen bis Grand Cafe Napoleon, vom Royal Nail Institute bis zum Imperialen Bier, vom Hotel Marengo über den Place d’Austerlitz  –  und natürlich Strassennamen nicht zu vergessen. Napoleon ist Kult. Eine für unsere Vorstellung eine überdimensionierte Heldenverehrung.

Geburtshaus, Ajaccio

Bar in Ajaccio

Napoleon und seine Brüder, Place du Général de Gaulle, Ajaccio

Spezialitätengeschäft, Ajaccio

Brunnen mit vier Löwen und der Statue des Ersten Konsuls, Place Marchéchal Foch, Ajaccio

Zur Vervollständigung haben wir den Rückflug über Paris gebucht und den Invalidendom, Napoleons Begräbnisstätte besucht.

Napoleons Sarkophag, Invalidendom, Paris

Neben dem Kult-Herrscher  geniesst man auf Korsika vor allem Natur und gutes Essen. Zwischen Hochgebirge (bis zu 2600m hohe Berge) und Steilküste gibt es wenig Fläche, die landwirtschaftlich genutzt werden kann. Und doch gibt es wunderbaren  korsischen Wein, Käse und Schinken. Nach einigen Touren ins Landesinnere haben wir diese korsischen Spezialitäten mit größter Hochachtung genossen.

auf dem Markt von Ajaccio

Jetzt, wieder zurück in Berlin, lese ich mit neuen Bildern im Kopf die Biografie dieses nicht gerade sympathischen Strategen zu Ende – ein Buch, das ich sicherlich auch nach Lektüre griffbereit halte. Es ist ein grandioses Nachschlagewerk. Die französische Revolution, die Sehnsucht nach einem Souverän und alle Folgen, die sich für Europa aus den napoleonischen Kriegen ergaben, kann man bei Zamoyski nachlesen.

Palais Fesch, Ajaccio

 

 

 

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