Congratulation, Billy Wilder

Übermorgen hätte Billy Wilder, der am 22.Juni 1906 in Galizien, Österreich-Ungarn, geboren wurde, Geburtstag und ich möchte dies zum Anlass nehmen, Ihnen einen kleinen DVD-Tipp zu geben:

Ich bin sicher,  Sie kennen Billy Wilder und zumindest den einen oder andern Film seiner Film wie   Some like it hot ,   Eins, zwei, drei ,  Das Apartment oder Die Zeugin der Anklage . Vielleicht kennen Sie auch alle seine Filme und haben eine Sammlung von DVDs zuhause im Regal stehen, wenn nicht, kommt jetzt die Gelegenheit:

Es wird eine neue Billy Wilder Edition (Vocomo Movies)  geben und die ersten beiden Filme sind seit letzter Woche  auf dem Markt – auf DVD und  erstmals auf Blu-ray in HD-Qualtiät .

Küss mich, Dummkopf, eine Komödie aus dem Jahr 1964 mit Dean Martin und Kim Novak. Ein Film, den ich persönlich mit unseren heutigen Sehgewohnheiten als nicht mehr sehenswert empfinde.  Leider ist weder die Geschichte noch die Besetzung gut,  die Schauspielführung und dadurch das komödiantische Moment schwach. Ich bin eher enttäuscht, schließlich war BW doch stilbildend für das Genre der Filmkomödie – aber auch einem BW musste nicht alles gelingen. Und vielleicht amüsieren Sie sich ja.

Dagegen finde ich persönlich wirklich lohnenswert, sich den zweiten Film dieser Edition  anzusehen.

DAS VERLORENE WOCHENENDE  ist eine sehr genaue psychologische Studio über die Spirale des Alkoholismus: Don Birnam lebt als erfolgloser Schriftsteller und Langzeit-Alkoholiker in New York. Seine Freundin Helen und sein Bruder Wick sind die Einzigen, die sich um ihn kümmern. Zur Erholung nach seinem letzten Absturz hat Wick seinen Bruder Don zu einem gemeinsamen Wochenende auf dem Land überredet. Doch kurz vor der Abreise gelingt es Don, seinen Bruder und Helen auszutricksen und sich auf Tour zu begeben. Es beginnt die immer verzweifeltere Suche nach dem nächsten Whisky.  Aus Kneipen wird Don herausgeworfen, weil er seine Rechnungen nicht bezahlen kann, er stiehlt, weil er Geld für den nächsten Drink braucht, er verwüstet seine Wohnung, weil er sich nicht erinnern kann, wo er in der Nacht zuvor eine Whiskyflasche  deponiert hat… die Spirale dreht sich gnadenlos und wird immer enger.

Eindringlich zeigt der Film die verschiedenen Stufen der Erniedrigung eines Alkoholikers, nur um seine Sucht zu befriedigen. Das in vielen Teilen autobiografische Buch The Lost Weekend des Alkoholikers Charles R.Jackson, erschienen 1944, ist die Vorlage zum Film.  Der Protagonist wurde mit dem Publikumsliebling Ray Milland besetzt, an den Sie sich vielleicht in „Bei Anruf Mord“ erinnern. Obwohl er selbst anfangs nicht sicher war,  ob er diese schwierige Rolle überzeugend spielen könne, ist ihm eine grandiose Darstellung gelungen, die ihm auch einen Oscar einbrachte.

Der Zuschauer erlebt den Absturz des Protagonisten an diesem  „verlorenen“ Wochenende mit zunehmenden Entsetzen und kann sich trotzdem der Empathie für den Protoganisten nicht entziehen, ebensowenig wie der Spannung. Billy Wilder ist hier eine fast Hitchcock-artig Filmerzählung gelungen, die den Zuschauer mit dem Schicksal der Hauptfigur mitfiebern lässt.  Mich haben die Bilder tagelang nicht losgelassen hat. Zu Recht hat der Film 1945 vier Oscars erhalten.

Congratulation, Billy Wilder und einmal mehr Danke für einen wunderbaren, zu Herzen gehenden Film!

Bleiben Sie neugierig!

go

 

 

 

 

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