Vorweihnachtliche Hektik

„Das  beinah vergessene Weihnachtsfest“ war eines meiner Lieblingsbücher als Kind, ich habe es heute noch. Ein kleines Mädchen bemerkt am Morgen des Weihnachtstages, dass alle Dorfbewohner das Weihnachtsfest vergessen haben. Mit Hilfe einer Meise wird die Nachricht verbreitet und nun wird gebacken, gekocht, Geschenke gepackt, der Weihnachtsbaum gefällt, gebadet und sich schön gemacht, die Glocken geläutet – „und es war Weihnachten“.

Diese Freude auf den Heiligabend, diese fröhlichen gemeinsamen Anstrengungen, sich trotz des Zeitmangels auf das Fest vorzubereiten, hat mich immer fasziniert. Interessanterweise vermittelt das Buch überhaupt keine Hektik, obwohl alle Vorbereitungen innerhalb weniger Stunden passieren.

Ein Märchen, das für uns unvorstellbar ist, denn die Weihnachtsankündigung beginnt ja inzwischen spätestens im November. Und bis zum 24. Dezember werden wir ständig und ununterbrochen darauf aufmerksam gemacht, dass in einigen Tagen „das Fest der Feste“ ist.

Geht es Ihnen auch so, dass die letzten Wochen und Tage des alten Jahres immer hektisch werden? Der Terminkalender wird immer voller und es gibt kaum mehr Zeit, um noch etwas zu spontan zu machen. Jedes Jahr sage ich mir, dass muss doch nicht sein – und doch komme ich in die Stimmung, dass bis Weihnachten und dann bis zum 31. Dezember alles gemacht sein muss.

Manches ist ja auch tatsächlich unaufschiebbar  – das Kalenderjahr bringt den Jahresabschluss mit sich. Aber manches muss auch nicht sein. Es ist wohl der Gedanke, dass man ordentlich aufgeräumt, sauber und „unschuldig“ das neue Jahr beginnt… ein schöner Gedanke! Ein anderer Gedanke ist es, das alte Jahr mit lieben und wichtigen Menschen ausklingen zu lassen. Vielleicht noch in diesem Jahr einen lang geplanten Besuch zu verabreden. Man weiß ja nicht, was das Neue bringt….

Advents-Einladungen mit lieben Freunden – zu Tee und Stollen, zu Gans und Wild – gehören zu meiner vorweihnachtlichen Tradition.  Vor ein paar Jahren wurde dies ausgeweitet auf ein Treffen mit Studienfreunden in Coburg  am ersten Advent-Wochenende. Damit sind es nur noch drei Wochenenden im Advent, die ich verplanen kann…. und ich will ja auch noch backen, Geschenke einpacken, Weihnachtspost schreiben, rechtzeitig zur Post gehen, Besorgungen machen, den Christbaum kaufen, mit den Enkeln ins Weihnachtsmärchen gehen, ein weihnachtliches Konzert hören und zum Friseur sollte ich auch noch –  und schon ist sie da, die Hektik.

Ich liebe die Vorweihnachtszeit und bin bekennendes Weihnachts-Fan, aber ich weiß inzwischen auch, Hektik zerstört die Vorfreude.  Also gilt, nichts wie entschleunigen, was leichter gesagt als getan ist.

Zum einen habe ich angefangen, Geschenke für Freunde schon Monate vorher zu kaufen und in einer großen Truhe zu sammeln. Ich vergesse dann meist, was alles darin aufbewahrt wird und Ende November, wenn ich das Geheimnis der Truhe lüfte,  überrasche ich mich meist selbst. Aber es nimmt mir die Notwendigkeit, die Besorgungen im Dezember machen zu müssen, wo alle einkaufen. Und ich habe inzwischen unsere Adventstee-Verabredung mit lieben Freunden auf den Zeitraum bis zum 6. Januar, also bis  Heilige Drei Könige, ausgeweitet und damit wird vorweihnachtliche Hektik zumindest ein wenig reduziert.

Genießen Sie die Adventszeit – und lassen Sie sich nicht stressen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s